von unserem Mitarbeiter 
Philipp Bauernschubert

Thundorf — Im Vorjahr wurden erstmals mit großem Erfolg die Theaterstücke der Laienspielgruppe Thundorf in der neuen Festhalle aufgeführt. Peter Göbel, Organisator und Manager sagt dazu: "Es ist nicht nur die Auslastung und Nutzung der Festhalle, sondern auch die Zuschauerkapazität und damit verbunden weniger Aufführungen, die für die Halle sprechen." Weitere Vorteile seien der behindertengerechte Zugang. Und noch einen Vorteil hat die Festhalle, sie wird laut Vereinbarung mit der Theatergruppe bei den Aufführungen vom Verein "Dorfgemeinschaft Thundorf" bewirtschaftet.
Zu Anfang des Jahres geht es bei den Laienspielern los mit den Proben. "In der Regel proben wir drei bis vier Mal in der Woche um zu gewährleisten, dass die Besucher zufrieden nachhause gehen", sagt Peter Göbel. Bisher hatte das Ensemble noch keine Schwierigkeiten, die Gäste waren stets begeistert.
Die Spieler kommen nicht nur aus Thundorf, sondern auch aus Theinfeld, Rothhausen und Harald Papp kommt aus Königsberg, das sind jedes Mal 57 Kilometer Wegstrecke zu den Proben und Aufführungen. Mit Peter, Gudrun und Tochter Sabrina stellt die Familie Göbel seit Jahren drei der Schauspieler, meist in tragenden Rollen.

Jährlich Spende für guten Zweck

Einen großen Namen und hohe Anerkennung hat sich die Laientheatergruppe nicht nur wegen ihres schauspielerischen Könnens in den vergangenen Jahrzehnten gemacht, sondern auch dadurch, dass sie jährlich mit dem eingespielten Überschuss aus den Veranstaltungen Vereine und Institutionen großzügig unterstützt. Auch 2015 spendet die Theatergruppe wieder für Vereine. In diesem Jahr fliesen die Überschüsse an den Malteser-Ortsverband Thundorf, die "Dorfgemeinschaft Thundorf" und an den "Förderverein Freibad Maßbach".

Lange Tradition

Die Theateraufführungen in Thundorf haben eine sehr lange Tradition und erfreuen sich jährlich immer größerer Beliebtheit. Lückenlos nachweisbar ist das Laientheater Thundorf ab 1978, davor ist die genaue Zahl zwar unbekannt, aber nach Presseartikeln der Münnerstädter Volkszeitung wurde nachweislich schon 1906 durch den Thundorfer Gesangverein und 1921 unter dem Kriegerverein Theater gespielt. Das Stück damals: "Der Meineidbauer".
Der eigentliche Vorreiter der heutigen Theatergruppe war die Kolpingfamilie Thundorf nach dem Krieg, wo unter Pfarrer Felix Seufert meist Wildererstücke und Dramen gespielt wurden. Nicht zu vergessen die kirchlichen Darbietungen, wie der Totentanz, das Heilige Grab oder das Krippenspiel in der Christmette.
Nach Felix Seuferts Tod 1964 verschwanden leider alle Aufzeichnungen spurlos und die derzeitigen Verantwortlichen der Theatergruppe tun sich schwer den genauen Beginn der Aufführungen in Erfahrung zu bringen.