Nach einem Jahr gemeinsamer Arbeit haben die 14 Kommunen der NES-Allianz nun auch ein Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept (ILEK). In einer gemeinsamen Sitzung der Stadt- und Gemeinderäte sowie zahlreicher Vertreter aus der Landespolitik wurde das fertige und rund 450-seitige Konzept von den Planern an die NES-Allianz überreicht. Das Konzept weist Zukunftsaufgaben aus und dient bei der Beantragung von Fördermitteln als Basispapier.
In zahlreichen Allianzen sind Zukunftskonzepte wie das ILEK bereits auf den Weg gebracht worden. Das Jahr zwölf ihres Bestehens hat nun auch die NES-Allianz genutzt, um ein Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept zu erstellen. Nicht weniger als drei Leuchtturmprojekte, acht weitere Top-Projekte sowie 124 Projekte zur Daseinsvorsorge sind darin näher beschrieben und sollen den Städten und Gemeinden der NES-Allianz Themen und Aufgaben für deren weitere Entwicklung aufzeigen. Das ILEK wurde explizit in Verbindung mit Planungen zur Anpassung der öffentlichen Daseinsvorsorge an den demographischen Wandel erarbeitet.
In der gemeinsamen Gemeinde- und Stadtratssitzung in der Stadthalle wurde besonders das stringente Arbeiten der beiden Planungsbüros arc.grün Landschaftsarchitekten und Architektur und Ingenieurbüro Perleth hervorgehoben. In zahlreichen Beteiligungsveranstaltungen, Bürgermeisterinterviews, Gesprächen mit Vereinen und Verbänden sowie in der Arbeit mit interessierten Bürgern wurden die wichtigsten Zukunftsprojekte der 14 Mitgliedsgemeinden der NES-Allianz ausgekundschaftet.
"Das ist kein übergestülptes Konzept", sagte Christiane Wichmann vom Ingenieurbüro Perleth bei der Vorstellung des ILEK. Grundsätzliche Faktoren wie Heimat, Zugehörigkeitsgefühl oder Naherholung waren grundlegend für die Ausarbeitung des Konzeptes, das unter dem Motto "Gemeinsam sind wir stark" erstellt wurde. "Wir haben versucht, das Ganze so aufzuarbeiten, dass Sie das den Bürgern rüberbringen können", sagte Landschaftsarchitekt Thomas Wirth vom Büro arc.grün.
Besondere Priorität liegt hierbei auf den Leuchtturmprojekten des Entwicklungskonzeptes: Das Leerstandsmanagement, der öffentliche Personennahverkehr sowie das bereits in die Wege geleitete Kernwegekonzept erachten die Planer in der gemeinsamen Arbeit mit den Kommunen als die dringlichsten Zukunftsaufgaben.
Bei der feierlichen Übergabe des Konzeptes in der Stadthalle Bad Neustadt würdigten alle Redner die zügige Erarbeitung des Konzeptes binnen eines Jahres. "Die zwölfjährige Zusammenarbeit in der NES-Allianz war die Basis hierfür", betonte der Bürgermeister der Leitkommune Hohenroth, Georg Straub. Bürgermeister Bruno Altrichter betonte die Bedeutung des interkommunalen Konzeptes in Verbindung mit den bereits vorliegenden städtischen Entwicklungskonzepten der Kreisstadt wie der Stadt Münnerstadt. "Wir müssen gemeinsam agieren, um uns und unserer Arbeit noch mehr Gewicht zu verleihen", sagte Altrichter mit Blick auf die rund 41 000 Bürger, die innerhalb des neuen Konzeptes zusammengefasst sind.
"Singuläres Denken und Handeln werden immer mehr abgelöst", sagte Landrat Thomas Habermann und betonte, dass sämtliche Gemeinden im Kreis Rhön-Grabfeld sowie fast alle im Nachbarlandkreis Bad Kissingen in einer Allianz vernetzt sind. Die enge Zusammenarbeit über Kreisgrenzen hinweg betonte auch der stellvertretende Landrat das Kreises Bad Kissingen, Emil Müller und sagte: "Wir haben nun das Drehbuch, wie Dörfer, Städte und die gesamte Region weiter entwickelt werden können." Bei der Erarbeitung des Entwicklungskonzeptes waren auch Schüler gefragt worden. Die Achtklässler Felix Treuting und Edwin Koch von der Schule in Hohenroth gaben Ergebnisse aus einer selbst erstellten Umfrage bekannt und betonten entgegen der oft beschriebenen Landflucht: "Egal was kommen mag, wir gehen hier nicht weg!"
Baudirektor Jürgen Eisentraut vom Amt für Ländliche Entwicklung legte die Bedeutung des ILEK für die Kreise Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen dar: "Wir müssen zusammenarbeiten, um dem demographischen Wandel begegnen zu können", und: "Allianzen kennen keine Grenzen." Baurat Alexander Zeller nannte das ILEK eine gute Basis, die Attraktivität der Region langfristig zu sichern. Landtagsabgeordneter Steffen Vogel nannte es eine besondere Aufgabe, aktiv dafür zu sorgen dass es im ländlichen Raum im Norden Unterfrankens weiter nach vorne geht.

Die Planungen und die Erstellung des Ländlichen Entwicklungskonzeptes für die NES-Allianz ist mit der Übergabe abgeschlossen. Abgeschlossen ist aber mitnichten die Umsetzung der Projekte, die gerade erst begonnen hat.


Projekte der NES-Allianz im ILEK

Die Kommunen
der NES-Allianz: Bad Neustadt, Münnerstadt, Burglauer, Heustreu, Hohenroth, Hollstadt, Niederlauer, Rödelmaier, Salz, Schönau a. d. Brend, Strahlungen, Unsleben, Wollbach, Wülfershausen.

Leuchtturmprojekte des ILEK: Leerstandsmanagement und Siedlungsentwicklung im Altbestand - Beratungsgutscheine; NESSI 2.0 - Kurzfristige Eingliederung der ÖPNV-Linien in das NESSI-Liniensystem; Umsetzung des Kernwegenetz-Konzeptes

Top 8-Projekte:
NESSI 2.0 Machbarkeitsstudie
Modellallianz "Elektromobilität 1.0 - Ladestationen Hotspots"
Nahversorgungskonzept NES
Dezentrale Betreuungsangebote für Senioren; Bauflächenstrategie; Feuerwehren - Schlauchpflegekooperation; Vereine 2030; Digitale Leistungserfassung- und verwaltung.

Weitere Maßnahmen (Auswahl): Ausbau Rad- und Wanderwege; Marketing NES;
Gewerbegebiete und Gewerbeentwicklungsflächen Mobilität.