Inge Bulheller ist überglücklich. Lange hat die Chefin von Kultourismus warten müssen, doch das hat am 1. März ein Ende. Bis zum 30. April wird dann die Sonderausstellung "Romy Schneider" im Henneberg-Museum zu sehen sein. Etwas ganz Besonderes für die bekennende Liebhaberin der Sissi-Filme. Darum hat sie sich auch lange bemüht. Das ist aber nur einer der Höhepunkte unter den zahlreichen Veranstaltungen des Kommunalunternehmens Kultourismus im Schloss im nächsten halben Jahr.

Passt ins Konzept

Rhöner Holzmasken eröffnen am 18. Januar die Serie von Sonderausstellungen in diesem Jahr. Dazu wird es am 29. Januar einen Vortrag von Astrid Hedrich-Scherpf geben. Am 1. März folgen dann eine Kunstausstellung "Mischtechnik" von Petra Keck in den Galerieräumen im Schloss und gleichzeitig die Romy-Schneider-Sonderausstellung im Henneberg-Museum. "Die Ausstellung passt voll in unser Konzept", sagt Museumsleiter Björn Hein. "Ein Museum kann viele Bereiche ausstellen, auch volkskulturelle." Schließlich gehe es ja auch nicht nur um den Mythos der Romy Schneider, es werde ja auch hinter die Kulissen geschaut. Die Leihgegenstände stammen aus der Privatsammlung der Romy Schneider Ausstellung "Ein Weltstar kehrt heim" von Martina und Hans Klegraefe aus Schönau am Königssee.

Schon 2012 Kontakt geknüpft

Bereits im Jahr 2012 hatte Inge Bulheller von der Ausstellung gehört, die damals in Berchtesgaden eröffnet worden war und ein Jahr dauern sollte. Sie knüpfte Kontakt zu Hans Klegraefe und sprach mit ihm ab, dass Teile der umfangreichen Ausstellung anschließend nach Münnerstadt kommen. Die Rechnung ging allerdings nicht auf. Die Ausstellung lief derart gut, dass sie um eineinhalb Jahre verlängert wurde. Inzwischen ist sie in Berchtesgaden geschlossen, wird aber im Mai in Schönau am Königssee noch umfangreicher neu eröffnet. Dort hatte Romy Schneider die ersten elf Jahre ihres Lebens verbracht. Zunächst nur ein einziges Mal werden Teile der Ausstellung außerhalb Berchtesgadens beziehungsweise Schönau am Königssee zu sehen sein: Im März und April in Münnerstadt. Und das freut Inge Bulheller besonders. "Ich war die Erste, die sich darum bemüht hat, und deshalb hat Hans Klegraefe mir auch die Zusage gegeben."

Was gezeigt wird

Themen der Ausstellungen werden unter anderem sein: das Haus Mariengrund mit der Kinder und Jugendzeit Romy Schneiders, Bildmaterial und Briefe vom Internat Goldstein, originale Plakate von Sissi und ihren Kinofilmen, originale Autogrammkarten, Filmprogramme und Bücher sowie Bildmaterial über Romys Filmpartner, Ehemänner und Kinder.
Inge Bulheller denkt, dass die Ausstellung ein ähnlicher Erfolg werden kann, wie "Stein auf Stein" im vergangenen Jahr. Knapp 4000 Besucher wollten die Exponate aus Lego-Steinen sehen. "Der Hintergedanke bei all den Sonderausstellungen ist, Leute ins Museum zu bringen", erklärt sie. Bei solchen Ausstellungen kommen auch Menschen, die sonst nicht unbedingt in ein Museum gehen würden. Denn ihre Erfahrung hat gezeigt: "Ein Teil der Besucher einer Sonderausstellung geht anschließend ins Museum."

Museen haben sich verändert

Für Björn Hein hat das etwas Nachhaltiges. Früher seien die Museen ganz anders aufgebaut gewesen, hätten nur eine kleine Minderheit interessiert. "Heute ist ein Museum etwas, mit dem die Leute etwas anfangen können, nicht nur eine intellektuelle Oberschicht", sagt er. Jeder Besucher könne selbst entscheiden, wie tief er in die Materie eindringen will. Das Münnerstädter Henneberg-Museum brauche sich nicht hinter weitaus größeren und bekannteren zu verstecken.
Der Museumsleiter betont in diesem Zusammenhang, dass die ganze Arbeit von den wenigen Halbtagskräften geschultert wird. Das sei schon außergewöhnlich.

Unterfränkischer Museumstag

Das Team hat erreicht, dass Münnerstadt in diesem Jahr Gastgeber des unterfränkischen Museumstages ist, den die Landesstelle für nichtstaatliche Musen in jedem Jahr ausrichtet. Bereits 2012 hat man sich dafür beworben der Museumstag findet am 15. Oktober statt.