Gabriele Eisele sieht sich als Opfer einer gezielten Provokation durch den Ortsreferenten Klaus Schebler. Der hatte das Windheimer Blatt eingestellt und gegenüber unserer Zeitung gesagt, dass dies geschehen ist, nachdem Gabriele Eisele eine Beschwerde gegen ihn beim Landratsamt eingereicht hat. Gabriele Eisele kann aber belegen, dass sie die Beschwerde erst eingereicht hat, nachdem das 188 und damit letzte Blatt am 13. Januar erschienen ist, in dem die Einstellung angekündigt wird.


"Wohl geirrt"

"Da habe ich mich wohl geirrt" sagt Klaus Schebler dazu. "Wenn ich einen Fehler mache, gebe ich ihn auch zu." Während Gabriele Eisele dieser Punkt sehr wichtig ist, weil sie hofft, dass nun die Anfeindungen aus dem Dorf aufhören, spielt das für Klaus Schebler keine Rolle. Er führt die Einstellung auf ein Gespräch am 21. Dezember beim "Reisighaufen verbrennen" zurück.


Sechs Blätter nicht erhalten

Sechs Windheimer Blätter hat Gabriele Eisele nicht erhalten, sagt sie. Als sie Mitte Dezember wieder keins bekam, hat sie Schebler per Mail um Zusendung gebeten. Der antwortete, dass kein Rechtsanspruch besteht. Mehrfach hat er seither betont, dass er nicht sicherstellen könne, dass das Blatt an alle Haushalte geht. Sie werde ein Exemplar erhalten, antworte er.


Persönliches Gespräch

"Das habe ich bis heute nicht bekommen", sagt Gabriele Eisele. Trotz ihrer Verärgerung habe sie eben noch keine Beschwerde gestellt, sondern Klaus Schebler beim Reisig verbrennen am 21. Dezember angesprochen, wobei sie explizit darauf geachtet habe, dass sich niemand in der Nähe befindet. Klaus Schebler hält aber dagegen, dass sehr wohl Leute das bemerkt hätten.

Unstrittig ist der Inhalt. "Ich fragte ihn, ob er denn schon mal etwas von ,Selbstbindung der Verwaltung' gehört habe. Als er verneinte, versuchte ich ihm zu erläutern, dass dieser Grundsatz auf Art. 3 des Grundgesetzes beruht und dass er - wenn er schon so einen Service seit Jahren unterhält - dafür Sorgte tragen muss, dass auch alle Windheimer Bürger diesen Service erhalten und nicht einzelne davon ausgenommen werden dürfen." Sie habe den Eindruck gehabt, dass ihr bewusst Informationen vorenthalten werden.


Letztes Windheimer Blatt

Und dann kam das 188. Windheimer Blatt: "Mir wurde nach dem Austeilen des letzten Blattes vorgeworfen, dass ich gegen das Grundgesetz im Sinne des Gleichheitsgebots verstoße, wenn nicht jeder Bürger das Windheimer Blatt bekommt", schreibt Klaus Schebler darin. Er habe privat alle Kosten getragen. Dann kommt der entscheidende Satz: "Ich möchte nicht irgendwann vor Gericht landen und so wird dies das letzte Windheimer Blatt sein, das ich an alle Haushalte verteile. Ich bedauere sehr diesen Weg gehen zu müssen."


Beschwerde danach

Verteilt wurde das Blatt am 13. Januar und erst dann hat Gabriele Eisele sich beim Landratsamt beschwert und versucht eine juristische Begründung zu finden, weshalb Klaus Schebler das Blatt nicht so einfach einstellen könne. Das sei ihr jedoch nicht gelungen, sagt sie.


Einstellung bestätigt

Bezüglich der nach ihrer Meinung selektiven Öffentlichkeitsarbeit Scheblers sei sie an die Staatsanwaltschaft verwiesen worden. Nicht zuletzt weil Klaus Schebler den Beschwerdebrief an der Bushaltestelle ausgehängt hat, viele Windheimer sie seither schneiden und sie auch schon beschimpft wurde, hat sie die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Das Verfahren wegen Körperverletzung ist jedoch eingestellt worden, weshalb sie sich an die Generalstaatsanwaltschaft gewandt hat. Aber die hat die Einstellung bestätigt.


Ein Abschlussstatement

Gabriele Eisele kommt zu dem Schluss: "Herr Stadtrat Schebler ist ehrenamtlich tätig. Gerade das Ehrenamt ,Stadtrat' erfordert eine besondere Gewissenhaftigkeit und Objektivität. Oft geht es um grundlegende und zukunftsorientierte Entscheidungen und Handlungen, die vom Stadtrat beschlossen oder getätigt werden. Und ein Stadtrat ist für die Stadt und ihre Mitbürger tätig und sollte daher nicht gegen die eigenen Mitbürger arbeiten."
Für Schebler ist die Angelegenheit erledigt. Es sei das Gespräch am Reisighaufen gewesen, welches ihm nicht so schnell aus den Kopf gegangen sei, was zur Einstellung geführt habe. Er findet seinen Fehler bezüglich der Zeitschiene nicht dramatisch. "Ich kann nicht sicherstellen, dass jeder das Windheimer Blatt erhält", betont er. Und deshalb bleibe es eingestellt.