Die Stadt Münnerstadt geht neue Wege. Das zeigt sich nicht nur beim Klimaschutz, auch bei der Haushaltsdiskussion gibt es einige Neuerungen, die es ermöglichten, den Haushalt im alten Jahr für das folgende zu beschließen. Dazu gehört, dass die Stadträte Anfragen und Anträge an die Verwaltung stellen können, die dann bei einer Stadtratssitzung beantwortet oder zur Abstimmung vorbereitet werden. 37 solcher Anfragen und Anträge lagen bei der jüngsten Stadtratssitzung vor.

Die Grünen wollten unter anderem, dass der Ansatz für den Unterhalt des Bahnhofsgebäudes um 10 000 Euro erhöht wird, was der Stadtrat auch einstimmig beschloss. Außerdem beantragten Christine Martin und Johannes Wolf von den Grünen, dass die WC-Anlage der Kelterhalle und die Außenwand des Gebäudes saniert werden. Dafür sollte der Ansatz um 140 000 Euro erhöht werden.

Bürgermeister Michael Kastl (CSU) erinnerte daran, dass die Kelterhalle im Zusammenhang mit der Erweiterung des Hotels Bayerischer Hof steht. Momentan sei allerdings nicht klar, wie es damit weiter geht. Ein weiteres Problem: Es ist nicht gesichert, ob die Schäden an der Fassade der Kelterhalle vom Nachbarhaus kommen. Ein Beweissicherungsverfahren ruht derzeit.

Wenn die Ursache der Schäden nicht eindeutig geklärt ist, mache es keinen Sinn zu sanieren, meinte Leo Pfennig (Freie Wähler) dazu. Er gab auch zu bedenken, dass es sich bei den Toiletten um eine sehr dunkle, wenig einsehbare Ecke handele. Trotzdem brauche die Stadt dort offizielle Toiletten, die könne man beispielsweise im Bereich der früheren Turnhalle der Augustiner am Stenayer Platz errichten. Schließlich lehnte der Stadtrat den Antrag der Grünen ab, nur Christine Martin und Johannes Wolf stimmten dafür.

Rosina Eckert (Forum Aktiv) hatte unter anderem angefragt, wie die 600 000 Euro für das neue Feuerwehrgerätehaus in Wermerichshausen zustande kommen. Noch liegt keine Kostenschätzung vor, heißt die Antwort aus der Verwaltung. Die Mitarbeiter haben sich am Umbau des Gerätehauses in Fridritt orientiert, das rund 300 000 Euro kostet. In Wermerichshausen handelt es sich um einen Neubau. Einstimmig beschlossen die Stadträte, dass es bei den 600 000 Euro bleibt.

Unklar war Rosina Eckert auch, warum 67 000 Euro für einen Anhänger für die Freiwillige Feuerwehr Althausen im Haushalt stehen, obwohl offensichtlich bereits einer angeschafft wurde. Des Rätsels Lösung: Es hatte zwar Gespräche gegeben, ein Kauf hat jedoch nicht stattgefunden. Inzwischen handelt es sich um die Löschgruppe Althausen, die zur Feuerwehr Münnerstadt gehört. Deren Kommandant, Robert Müller, habe die Notwendigkeit des Kaufs bestätigt, sagte der geschäftsleitende Beamte und Kämmerer Stefan Bierdimpfl. Bei zwei Gegenstimmen beschloss der Stadtrat, die 67 000 Euro zu belassen.

40 000 Euro sind im Haushalt für dringende Bauarbeiten "Am Rebhügel" in Windheim eingestellt, was Rosina Eckert hinterfragte. Dort ist die komplette Fahrbahn längs zum Geländer abgerissen, die Stützwand nicht mehr verkehrssicher. Ihm gehe es darum, dass es gemacht werde, sagte Ortsreferent Klaus Schebler (Neue Wege) dazu. Nach einstimmigem Beschluss bleibt es bei den 40 000 Euro.

Kein Bauplatz, kein Haus zum Verkauf

Oliver Jurk (CSU) beantragte, Planungskosten für ein Baugebiet in Kleinwenkheim einzustellen und Mittel für den Kauf von Grundstücken. Problematisch dabei: Dort hat vor Jahren ein privater Investor seine Absicht erklärt, ein Baugebiet ausweisen zu wollen. Oliver Jurk sprach von einem "Pseudo-Gebiet", weil sich nichts tut. Im Ort gebe es weder leere Baugrundstücke, noch ältere Häuser, die zum Verkauf stehen. Laut Verwaltung reichen aber zunächst 10 000 Euro als Planungskosten für 2022 aus. So wurde es dann auch einstimmig entschieden. Auf Antrag des Stadtrats aus Kleinwenkheim wurden auch noch 5000 Euro für die Sanierung des Dorfbrunnens aufgenommen.

Weniger Geld fürs Hallenbad

Klaus Schebler hatte mehrere Anträge gestellt, darunter eine Reduzierung des Ansatzes für Sicherungsarbeiten am Hallenbad von 20 000 auf 10 000 Euro. Die Bauverwaltung hält das ebenfalls für ausreichend, so wurde es dann auch mit zwölf zu fünf Stimmen beschlossen. 15 000 Euro wollte Klaus Schebler noch für die Beschaffung eines neuen Tores für das Feuerwehrhaus in Windheim. Bei zwei Gegenstimmen ging das durch.

Mehrere Anträge kamen von Arno Schlembach (CSU), der einige Dinge in Großwenkheim im Haushalt sehen wollte, darunter die Erneuerung der Straßenschilder und die Sanierung der Schäden an Gehsteigen. Außerdem geht er davon aus, dass die Stadt Baugrundstücke im Ort erwerben kann, wofür die Mittel eingestellt werden sollten.