Das ehemalige Forsthaus in Thundorf steht schon seit Jahren im Fokus des Gemeinderates. Ende April des Vorjahres hatte der Gemeinderat Bürgermeister Egon Klöffel bevollmächtigt, die Vergabe der Vorsorgeuntersuchungen und die Planungsleistungen zur Machbarkeitsstudie für das ehemalige Forsthaus an das Architekturbüro Perleth aus Schweinfurt zu vergeben. Entsprechenden Haushaltsmittel sind eingestellt worden.

In der Julisitzung war das Konzept "Unterfränkisches Dorfbrauwesen - Braukulturhaus Thundorf" und die Erstellung eines Nutzungskonzeptes erneut ein Thema. Nach der Ausschreibung an mehrere Büros, gab das Kulturbüro Sybille Kneuer aus Theres das günstigste Angebot ab und bekam auch den Zuschlag zum Angebotspreis von knapp 25 000 Euro Euro. Die Maßnahme wird vom Bezirk mit 12 500 Euro gefördert. Für die Konzeptvergabe fand sich noch eine Mehrheit, nicht jedoch für die Vergabe von Architekten- und Ingenieurleistungen, diese wurden abgelehnt.

Nun gab es eine Versammlung im Forsthaus und in der Festhalle, zu der Bürgermeister Klöffel eingeladen hatte.Es ging um einen Gedankenaustausch über das Projekt "Braukulturhaus Thundorf" (Arbeitstitel). Zusammen mit der freiberuflichen Kulturwissenschaftlerin Sybille Kneuer vom beauftragten Kulturbüro und der Leiterin der "Reginalententwicklung" des Landratsamtes Bad Kissingen war das Ziel des Bürgermeisters, die Ideen der Vereine und auch einzelner interessierter Bürger zu sammeln. Dazu gab Kneuer eine Einführung in den Stand des Projektes.Danach folgte ein Rundgang durch das 1746 bis 1785 erbaute Gebäude.

Die Auftragsvergabe der Gemeinde an das Kulturbüro vom 8. August beinhaltet die Erstellung eines Konzepts bis Mai 2020 zur Inszenierung von Räumlichkeiten zum Thema "Unterfränkisches Dorfbrauwesen - Braukulturhaus Thundorf". Laut der Aussage von Kneuer, soll das Projekt zum Thema Bier und Kommunbrauhaus, das Unterfranken weit bedeutend ist, über eine reine Ausstellung hinaus gehen. Es wird ein Vernetzungsprojekt zum Thema Bier, ein Thema, das viele Menschen interessiert. Kneuer: "Es soll kein hochwissenschaftlicher Musentempel entstehen, sondern eine lebendige Ausstellung mit einem lebendigen Betrieb."

Nach einem Rundgang durch das ehemalige Forsthaus ging es zurück in die Festhalle, wo die Teilnehmer in drei Workshop-Gruppen aufgeteilt wurden und ihre Vorstellungen, Wünsche und Anregungen nieder schreiben konnten: "Betriebskonzept", "Ausstellung - Ideen", "Öffentlichkeitsarbeit". Die Resonanz unter den Beteiligten Teilnehmern war sehr groß und es gab noch eine Menge an Vorschlägen. Dabei kristallisierten sich als mögliche Schwierigkeiten die Öffnungszeiten und das nötige Personal bei der Unterhaltung des Braukulturhauses heraus. Gedanken machte man sich um eine effektive Bewerbung einer solchen überregionalen Ausstellung bei der auch die Geschichte des Bieres vielfältig dargestellt sein sollte. Währen der obere Stock als Brau- und Kulturmuseum gestaltet werden soll, bleiben im Erdgeschoss die Räume zum Stricken, Schafkopf und auch für andere Vereine nach dem Umbau und der Sanierung erhalten. Nächster Schritt soll jetzt sein, die Förderung definitiv zu erkunden um sich dann wieder für weitere Schritte zu treffen.

Als der Vorsitzende der Thundorfer Hausbrauer, Thomas Bretscher, einige Flaschen und ein Fässchen Thundorfer Bier spendierte, sagt Sybille Kneuer: "Erst die Arbeit, dann kannst Du anzapfen". So endete die sehr harmonische Versammlung mit einem Probetrunk für alle.