Die Menschen im Grabfeld könnten stolz auf ihre Heimat sein, denn selbst der Papst Gregor II. kannte im Jahr 738 schon die Graffelti, sagte Oberstudiendirektor Manfred Firnkes bei der Buchvorstellung. Da nämlich taucht zum ersten Mal der Name auf. "Diese Graffelti werden zusammen mit den Bewohnern von fünf anderen Gauen Hessens und Thüringens von Papst Gregor II. persönlich in einem Brief angesprochen .Dieses Papstschreiben ist die früheste Verbindung zwischen dem "Vatikan" und dem Grabfeld, noch bevor vier Jahre später erstmals in einer Urkunde der Name Cunigishaoba in pago Graffelti auftaucht. Das Grabfeld war ein Teil Thüringens und reichte bis in die Gegend von Hersfeld bei Fulda, im Norden war die mittlere Werra zwischen Vacha und Breitungen die Außengrenze, der Rennsteig mit einem offenen Grenzgebiet, das sich im Osten an der Itz und am oberen Main verlor. Im Süden zog sich das Grabfeld rechtsmainisch den Haßgau entlang bis Schweinfurt, Geldersheim und Obbach. Geblieben ist das heutige östliche Grabfeld in Franken und Thüringen.

Archäologische Funde und Urkunden

Das neue Buch gibt einen interessanten Einblick in die archäologischen Funde und Urkunden aus dem 4./5. Jahrhundert, Zeugnisse einer durchgehenden, wechselnden Siedlungsdichte der damals bäuerlichen Bevölkerung verschiedener Stämme und Völker. Berichtet wird unter anderem von zwei zusammengehörigen, aber inhaltlich unterschiedlichen Urkunden, mit ebenfalls hochoffizieller Aussagekraft, die mit größerer Wahrscheinlichkeit in das Jahr 742 gehören. In diesen beiden Urkunden ist zum allerersten Mal Königshofen direkt aufgeführt, jeweils als Chuningishaoba in pago Graffelti, "Königshofen im Gau Grabfeld". Für den Autor ist es mehr als wahrscheinlich, dass der Name "Graffelti" schon um 531/537 ebenso existierte, wie Königshofen, als die Franken das thüringische Königreich eroberten und unter ihrer Verwaltung neu strukturierten.