Wenn Bürgermeister Helmut Blank (CSU) aus dem Fenster seines Dienstzimmer im Rathaus schaut, dann hat er allen Grund zur Freude. Nachdem das Gerüst abgebaut wurde, blickt er nun direkt auf das frisch gestaltete Haus Moritz am Marktplatz. Sieht er aus der gegenüber liegenden Seite des Rathauses aus dem Fenster, dann fällt sein Blick auf das Haus von Renate und Thomas Kersten, das vor zwei Jahren eine neue Fassade und jetzt einen komplett neuen Dachstuhl erhalten hat. "Das Bild der Altstadt verändert sich zum Positiven", sagt das Stadtoberhaupt. Das führt er nicht zuletzt auf das Kommunale Förderprogramm zurück. "Wir haben bisher nur positive Erfahrungen gemacht."
Das sieht Michael Moritz ähnlich. "Nach 25 Jahren war es an der Zeit gewesen, das Haus wieder in Ordnung zu bringen, damit ein ordentliches Bild am Marktplatz herrscht", sagt er. Er wollte seinen Beitrag leisten für das mittelalterliche Ensemble.


"Eigentum verpflichtet"

Balken des Fachwerks waren verwittert gewesen, weshalb der Putz zu bröckeln begann. "Man hat ja eine Fürsorgepflicht, Eigentum verpflichtet", meint er. Und so ließ es den Balken austauschen und gleich die ganze Fassade mit neu gestalten. Die neue Farbe sei in Abstimmung mit dem ehemaligen Kreisbaumeister Günter Stammwitz ausgesucht worden. Sie lehnt an des Ensemble Heimatspielhaus und Schikora-Haus am Anger an.
Die Möglichkeit der Förderung hat Michael Moritz gerne in Anspruch genommen. Die gesamte Abwicklung der Fassadenerneuerung sei von den zuständigen Behörden hervorragend unterstützt worden. Er hebt Heike Kirchner von der Unteren Denkmalschutzbehörde im Landratsamt Bad Kissingen ebenso hervor, wie Manuela Häfner von der Münnerstädter Stadtverwaltung. "Auch Bürgermeister Helmut Blank hat sich persönlich eingesetzt."
Der Eigentümer ist sichtlich stolz aus das Haus, das schon viele Jahre in Familienbesitz ist. Wie alt es wirklich ist, kann niemand so genau sagen. "Mindestens 300 Jahre", ist sich Michael Moritz sicher. Fachleute seien der Meinung dass sein Haus und der benachbarte Bayerische Hof zu den ältesten Häusern am Marktplatz gehören. Demnächst will Michael Moritz auch noch die Jalousien an seinem Laden erneuern.


Fenster gefördert

Gute Erfahrungen mit dem Kommunalen Förderprogramm haben auch Renate und Thomas Kersten gemacht. Bereits vor zwei Jahren haben sie ihre Fenster erneuert und die Fassade bei dieser Gelegenheit auch gleich mit hergerichtet. Geteilte Sprossenfenster aus Holz sind damals eingebaut worden und dafür hat es auch einen Zuschuss gegeben. Für die Gestaltung ihres Hauses erhielten sie sogar den Mürschter Nagel, die jährlich vergebene Auszeichnung des Altstadtvereins. Erst kürzlich haben die Kerstens noch dazu den gesamten Dachstuhl erneuert, eine alte Schleppgaube ist so verschwunden, drei neue entstanden. Dafür gab es erneut einen Zuschuss aus dem Förderprogramm.
"Die Zuarbeit von der Verwaltung war sehr gut", hebt Thomas Kersten hervor. Das betreffe die Unterstützung beim Zuschussantrag ebenso, wie beispielsweise die notwendigen Absperrungen des Marktplatzes.


"Satzung überarbeiten"

Dass es Fördermittel für solche Arbeiten gibt, findet Thomas Kersten sehr gut, es sei aber auch richtig so. "Wenn jemand mitreden will, dann soll er auch etwas dazu beitragen", sagt er. Das zielt auf die Vorgaben der Gestaltungssatzung (Altstadtsatzung), die den Kerstens doch erhebliche Mehrkosten eingebracht haben. Die Satzung müsse dringend überarbeitet werden, vor allem wenn es Dinge betrifft, die kaum erkennbar sind. Als Beispiel nennt er Firstziegel, die laut Satzung verputzt werden müssen, wodurch Dachplatten mit Lüftungen nötig werden, die sehr teuer seien. Man solle mit der Zeit gehen, finde er. "Es ist ja nicht so, dass früher alles besser war. Man hat schließlich auch dazugelernt."
Manuela Häfner von der Münnerstädter Stadtverwaltung erläutert noch einmal, was beachtet werden muss. Unterstützt werden alle Arbeiten, die äußerlich das Bild der Altstadt verbessern (Fassade, Fenster). Ganz wichtig ist, dass der Zuschussantrag vor Baubeginn eingereicht wird. Bei Kosten bis zu 5000 Euro müssen die Antragsteller zwei Angebote von Firmen vorlegen, bei Kosten darüber drei. Bezuschusst werden die zuwendungsfähigen Kosten der Arbeiten in einer Höhe von 30 Prozent, maximal jedoch 10 000 Euro. "Wir sind bestrebt, unsere Bürger in der Altstadt zu unterstützen, wo es geht", hebt Bürgermeister Helmut Blank (CSU) hervor. "Wir bitten, einfach, dass sich die Hauseigentümer bei uns melden."