Bereits zum zweiten Mal wurde die "Corona-Linde" in Fridritt mutwillig beschädigt. Und diesmal so stark, dass es zweifelhaft ist, ob sie sich noch einmal erholt. "Man kann zu den Coronamaßnahmen stehen, wie man will", sagt Jürgen Eckert. "Man muss auch nicht immer einer Meinung sein, aber so etwas an einem Baum auszulassen, ist der falsche Weg."

Die Linde steht direkt am Wanderweg von Münnerstadt nach Maria Bildhausen, nahe der Weißbildkapelle, oberhalb der Staubecken in Fridritt. Gleich daneben steht eine Bank, eine von etwa 15, die ein anderer Fridritter in letzter Zeit rund um den Ort aufgestellt hat. Ein paar Meter weiter ist ein Wanderparkplatz angelegt worden. Aber das Bild ist getrübt. Neben dem Schild "Corona-Linde 2020/ 2021" steht ein rund 1,3 Meter hoher Stamm ohne Äste. Das ist übrig geblieben von einer Linde, die beim Pflanzen 2,2 bis 2,5 Meter hoch war.

Linde wurde zum Gedenken an Corona-Toten gepflanzt

Im Frühjahr letzten Jahres ist die Linde von einem Fridritter gepflanzt worden, der sie auch gekauft hat. Zur Erinnerung an die Corona-Pandemie sollte sie wachsen, zum Gedenken an die Toten, als Erinnerung an die Lockdowns und die ganzen Umstände, die die Krankheit mit sich gebracht hat. "Damit das später nicht in Vergessenheit gerät", sagt Jürgen Eckert.

Doch allzu lange stand sie nicht unbeschadet da. "Zuerst ist die Spitze rausgebrochen worden", erinnert sich der Ortsreferent. Der Spender des Baums hat sie dann erst einmal wieder zusammengeflickt. Doch nun ist die Linde erneut Opfer von Zerstörungswut geworden, nur noch ein Teil des Stammes ist übrig. Der Spender hat noch einmal einen Rettungsversuch unternommen, ob das klappt ist aber fraglich.

"Es ändert sowieso nichts"

Es ist nicht der erste Baum, der in Fridritt aus einem Anlass heraus gepflanzt wurde. Auf der anderen Seite des Dorfes steht beispielsweise eine Bildeiche. Nie ist so ein Vandalismus vorgekommen, weshalb Jürgen Eckert tippt, dass es bei der Linde etwas mit Corona zu tun hat. "Das ändert sowieso nichts", gibt er dem Baumfrevler mit auf den Weg.