"Es waren 31 Jahre Lebenszeit, nicht nur Arbeitszeit." Sie hat ihren Beruf so geliebt, dass ein vorzeitiger Ruhestand überhaupt nicht in Frage gekommen ist. Ganz regulär ist sie nun in Rente gegangen. Nicht ohne von Schulleiter Harry Koch und dem Lehrerkollegium gebührend verabschiedet worden zu sein.
"Du musst im kommenden Jahr auf Deine geliebten Schülerinnen und Schüler verzichten", sagte Harry Koch in seiner Laudatio. Geliebte Schüler - das klinge sehr pathetisch, gestand er ein. "In Deinem Fall ist es, wie ich denke, doch passend." Einer ihrer Wahlsprüche sei: "Man sieht nur mnit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

Weg war nicht vorgezeichnet

Dabei war ihr berufliche Lebensweg keineswegs vorgezeichnet. Ein ehemaliger Mathematiklehrer am Bad Neustädter Gymnasium hatte ihr die Freude an der Schule gründlich verdorben. Vielleicht haben die qualvollen Erlebnisse mit dem Prädikat "pädagogisch zweifelhaft" in ihr die Sehnsucht geweckt, einmal vor Schülerinnen zu stehen und es besser zu machen, nämlich "pädagogisch wertvoll", mutmaßte Harry Koch.
Ausführlich ging er auf den beruflichen Werdegang ein.Nach mehreren verschiedenen Stationen kehrte sie in ihre Heimatstadt Bad Neustadt zurück und stellte sich 1983 am BBZ vor. Zunächst wurde sie in der Praxisbetreuung eingesetzt, 1990 bekam sie einen unbefristeten Arbeitsvertrag als Lehrkraft an der Fachakademie für Sozialpädagogik. "Deine große Herzenswärme, Deine gütige Grundhaltung und viel Verständnis und Geduld tat den Dir anvertrauten jungen Menschen richtig gut", lobte Harry Koch. Mehrfach sei sie deshalb auch zur Vertrauenslehrerin gewählt worden. Für ihre gewissenhafte und menschenzugewandte Arbeit bedankte er sich ganz herzlich.
Das Kollegium hatte für die Praxis- und Methodenlehrerin noch eine Überraschung parat Sie hatten ein Märchen eigens auf Brigitte Göppner zugeschnitten. Und ein Abschiedslied gab es obendrauf.
Was sie mit ihrer neu gewonnen Freiheit anstellen wird, weiß die Ruheständlerin noch nicht so genau. Reisen wird aber definitiv weiterhin zu ihren Lieblingsbeschäftigungen zählen. Die alte '68erin erinnert sich noch gern an die Zeiten, als sie mit dem VW-Bus durch die Gegend fuhr. Heute sind sie und ihr Mann Rudi natürlich ein bisschen anspruchsvoller geworden, aber mit dem Wohnmobil unabhängig durchs Land zu reisen, gefällt den Beiden noch immer.