Mehr als zwei Monate nach Einführung der Parkraumbewirtschaftung für 70 Stellplätze am Oberen Tor ist Bewegung in die verfahrene Angelegenheit gekommen. Stadtrat Klaus Schebler (Neue Wege) hat einen von ihm während der Diskussion um die Einführung von Parkgebühren vorgebrachten Vorschlag nun als konkreten Antrag formuliert. Er möchte, dass 30 der 70 Parkplätze zur Dauervermietung für 30 Euro pro Monat angeboten werden. "Das ist der richtige Weg", sagt dazu der Vorsitzende des Gewerbevereins, "Kaufhaus" Mürscht, Arno Reuscher. Aber: 30 Parkplätze sind viel zu wenig und 30 Euro sind viel zu viel."


Der Antrag Scheblers

"Seit einiger Zeit beobachte ich die leeren gebührenpflichtigen Flächen des Oberen-Tor-Parkplatzes. Da kaum einer diese Parkplätze nutzt und wir diese Einnahmen für die Stabilisierungshilfe genannt haben, muss die Stadt Münnerstadt jetzt reagieren und diese Einnahmen anderweitig sichern", führt Klaus Schebler zur Begründung seines Antrags an. Aber auch für die ansässigen Geschäftsleute und Arbeitnehmer sei es wichtig, hier Änderungen vorzunehmen. Sollte es gelingen, diese 30 Parkplätze dauerhaft zu vermieten, stünden jährliche Einnahmen bis zu 10 800 Euro an, hat er errechnet. "Aber auch für die Anwohner der Innenstadt wäre das ein zusätzliches Angebot zur Beendigung der täglichen Parkplatzsuche." Natürlich gebe es Haushalte mit mehreren Fahrzeugen, so dass der Parkplatz nicht ausschließlich für ein einziges Fahrzeug nutzbar sein dürfe. Die Beschilderung dieser Parkplätze sollte mit Autonummernschildern kenntlich gemacht werden. Klaus Schebler hat bereits detailliert ausgearbeitet, wie das alles laufen soll.
Bürgermeister Helmut Blank (CSU) ist aktiv an der Sache dran. Nach Gesprächen mit Gewerbetreibenden schlägt er 20 bis 25 Parkplätze vor, die für je 15 bis 20 Euro vermietet werden sollten. Die Parkgebühr für die ersten beiden Stunden könnte man von einem Euro auf 50 Cent senken, sagt er.
30 Euro pro Monat findet Arno Reuscher viel zu viel. Höchstens 15 Euro dürften es sein, meint er. Er geht davon aus, dass die Summe aus Kulanz in den meisten Fällen von den Arbeitgebern für ihre Angestellten gezahlt werden. Mit den 50 Cent für die ersten beiden Stunden kann er sich schon eher anfreunden. Aber dann bleibe noch immer das Problem, dass der Automat kein Wechselgeld raus gibt und keine Karten oder Handys akzeptiert. "Es hat sich nicht bewährt", fasst Arno Reuscher zusammen. Keinesfalls dürfe man den Automaten ein Jahr stehen lassen, bis man möglicherweise wegen der schlechten Nutzung eine Kehrtwende macht. Da zeigt sich der Bürgermeister aber hart. An der Parkraumbewirtschaftung am Oberen Tor werde nicht gerüttelt.


Eckert: Das war ein Fehler

Rosina Eckert (Forum aktiv) erinnert daran, dass die Opposition ohnehin gegen die Einführung war. Münnerstadt könne es sich nicht leisten, Parkgebühren zu erheben. Das werde einfach nicht angenommen, wie sich ja gezeigt habe. Für die Stadträtin ist auch der jetzt von Klaus Schebler eingeschlagene Weg nicht der richtige. "Man muss auch den Mut aufbringen können, einen Fehler zu revidieren", meint sie. Und ein solcher Fehler sei die Einführung der Parkraumbewirtschaftung eindeutig gewesen.
Der Antrag von Klaus Schebler wird in einer der nächsten Stadtratssitzungen auf der Tagesordnung stehen.