Martin Kuchler ist ein optimistischer Mensch, auch wenn einmal etwas nicht so läuft wie geplant. "Die Jahreshauptversammlung am Donnerstag, 25. November, im Gasthaus Bären müssen wir coronabedingt absagen", gibt der Vorsitzende des Vereins "Zukunft für das Heimatspielhaus" bekannt. "Das Risiko ist einfach zu hoch." Das mache ihn zwar traurig, weil das immer eine schöne Gelegenheit sei, sich mit den anderen Mitgliedern auszutauschen, aber das könne man ja dann im Frühjahr nächsten Jahres nachholen.

Vielleicht ein Vorteil

Und weil er ein Optimist ist, sieht er sogar einen Vorteil. "Aus dem neuen Termin entstehen ein bisschen Hoffnung und Trost, dass wir bei der Jahreshauptversammlung über erste Aktivitäten zur eigentlichen Sanierung der Scheune am Heimatspielhaus berichten können." Aus der Scheuer wird die "Kleine Kulturscheune".

"Die Scheune wird umfassend hergerichtet, was sehr viel Aufwand und hohe Kosten erfordert, weil sie in einem statisch sehr labilen Zustand ist", sagt der Vorsitzende. Das geht beim Kellergewölbe los, ergänzt die stellvertretende Vorsitzende, Christine Schikora. Wie so oft in der Altstadt sitzt die Scheune nicht exakt auf dem Keller darunter, weshalb sich erhebliche statische Probleme ergeben haben.

Und es gibt noch ein Problem, auf das Roman Jonas von der Bauhütte verweist. Offensichtlich hat die Scheune über die Jahrhunderte als Ersatzteillager gedient. Etliche Balken sind einfach herausgenommen worden. Die Scheuer war offensichtlich sehr stabil gebaut worden, sonst wäre sie möglicherweise wegen der fehlenden Balken schon zusammengefallen. Diese werden nun ergänzt und, wo es nötig ist, ausgebessert. Auch die Gefache und das Dach müssen erneuert werden.

Die Helfer von der Bauhütte Heimatspielhaus haben schon viele Vorarbeiten geleistet, so räumten sie die Scheune erst einmal leer und entfernten mehr als einen halben Meter Erdreich. Jetzt ist die Scheuer so weit vorbereitet, dass mit der eigentlichen Sanierung begonnen werden kann.

Eigentlich ist die Scheunensanierung nicht viel mehr als die Sicherung des Gebäudes, das ja zum Ensemble des Kirchplatzes gehört. Im Erdgeschoss wird ein kleiner Veranstaltungsraum entstehen, auch das Obergeschoss wird hergerichtet. Künftig soll das Gebäude als "Kleine Kulturscheune" dienen. Die Kosten belaufen sich auf mehr als eine halbe Million Euro.

Adventskalender im Heimatspielhaus

Zur Finanzierung des Projektes soll auch heuer wieder der Adventskalender beitragen, der am Mittwoch, 1. Dezember, um 18.30 Uhr offiziell nach den dann geltenden Corona-Regelungen eröffnet wird. Diesmal gestalten Schülerinnen und Schüler von vier Klassen der Berufsfachschule für Kinderpflege am Münnerstädter Berufsbildungszentrum die Bilder, die in den Fenstern des beleuchteten Heimatspielhauses aufgehängt werden. Wie immer können Interessierte gegen eine Spende Patenschaften übernehmen (Tel.: 09733/ 82 24).

Die Suche nach Paten gehört jedes Jahr aufs Neue zu den schönen Erlebnissen für Martin Kuchler. Wenn er Menschen anruft, die in den letzten Jahren immer etwas gespendet haben, rennt er offene Türen ein. "Schön, dass sie anrufen, wir machen es wieder", hört er oft. Die Adventskalender-Aktion am Heimatspielhaus ist inzwischen zu einer festen Institution in Münnerstadt geworden.

"Es ist einfach ein tolles Team", lobt Martin Kuchler seine Mitstreiter in den verschiedenen Gruppen. "Wir freuen uns auch, wenn neue Leute mit neuen Ideen kommen", sagt er. Auch die Helfer der Bauhütte würden sich über Verstärkung freuen. Sie treffen sich immer am Donnerstag von 14 bis 16 Uhr. So lange die Arbeiten an der Scheune laufen, kümmern sie sich um notwendige Dinge im Heimatspielhaus.

Das Heimatspielhaus kann für Hochzeiten, Familienfeiern und andere Feste und Veranstaltungen je nach den geltenden Corona-Regelungen gemietet werden.