Jetzt ist es endgültig: Das alte Feuerwehrhaus in Reichenbach wurde dem Erdboden gleich gemacht, nachdem es im August dieses Jahres durch einen Unfall massiv beschädigt worden war. Bei den anschließenden Beratungen war der Münnerstädter Stadtrat zu dem Entschluss gekommen, dass letztendlich nur noch der Abriss in Frage komme. Die Abrisskosten wurden mit 12500 Euro angesetzt.

Das Gebäude blickte auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück. 1958 war es im Kreuzungszwickel der Straßen Oberland-Brunnengasse-Hof für 17000 Mark errichtet worden. Damals beherbergte es neben dem Feuerwehrhaus im Untergeschoss auch noch das Schlachthaus und im Obergeschoss die Gemeindegefrieranlage. 1990 wurde zunächst das Schlachthaus und 1993 auch die Gemeindegefrieranlage aufgegeben. In dem nun frei gewordene Obergeschoss bauten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Reichenbach für rund 20000 Mark einen Schulungsraum und Toiletten ein. In den letzten Jahren wurde der ehemalige Schlachtraum im Erdgeschoss als Verkaufsstand bei Festen genutzt; so auch bei der Einweihungsfeier für das neue Feuerwehrhaus, die vier Wochen vor dem Verkehrsunfall im August stattgefunden hatte.

Das das Straßenbild prägende Gebäude mit dem großformatigen Gemälde des heiligen Florian von Roland Schlereth fristete rund drei Monate ein Dasein als notgesicherte Teilruine. Zwischenzeitlich wurden allerdings schon wiederverwertbare Teile wie die Fenster ausgebaut oder die Ziegel abgenommen. Am Morgen des 18. Novembers war es dann soweit: Ein Bagger rollte an und begann sein finales Werk. Es dauerte nicht lange, und Obergeschoss und Kamin waren verschwunden. Als nächstes folgte das "Sahnestück", der Schlauchturm. Durch geschicktes Führen des Baggerarmes fiel der obere Turmbereich mit einem lauten "Wumms". Am nächsten Mittag war dann auch das Erdgeschoss vollständig verschwunden; nur das Fundament wehrte sich noch ein paar Tage.

Inzwischen ist auch der letzte Stein des Gebäudes verschwunden und an der Stelle des alten Feuerwehr-Gerätehauses klafft nun eine ungewohnte Baulücke. Lange wird das allerdings nicht so bleiben. Schon bald sollen dort vier Parkplätze entstehen; die entsprechenden Bauaufträge hat Bürgermeister Helmut Blank (CSU) bereits erteilt. Die Parkplätze sollen der Feuerwehr, aber auch den Kindergarteneltern zur Verfügung stehen. Durch die Umgestaltung des Platzes, so Ortsprecher Fabian Nöth, wird auch eine bessere fußläufige Erreichbarkeit des Kindergartens gewährleistet.

Bürgermeister Blank und Ortssprecher Nöth freuen sich zurückblickend über die zügige Abwicklung der Angelegenheit, sind doch seit der Beschädigung des Gebäudes über den Abriss, bis hin zum baldigen Baubeginn der Parkplätze gerade einmal dreieinhalb Monate vergangen.