Es ging weg wie die buchstäblichen warmen Semmeln. Erstmals hat Wolfgang Seith am letzten Mittwoch ein Musikantenbrot gebacken, das bereits nach kürzester Zeit ausverkauft war. "Arnold Nöth hat es bei mir so bestellt, ich habe es so gebacken, wie er es wollte", sagt Wolfgang Seith.


Zugabe am Donnerstag

Er backt jeden Tag ein anderes spezielles Brot. Nur für den Mittwoch hatte er bisher nichts. Das hat sich jetzt geändert. Nun wird es mittwochs immer das "Musikantenbrot" geben, das an Arnold Nöth erinnern soll, der unter anderem 33 Jahre Vorsitzende des "Sängerkranz" Reichenbach war. Am Premieretag war die Nachfrage so groß, dass Wolfgang Seith es am Donnerstag gleich noch einmal gebacken hat. So ist ein lang gehegter Wunsch Arnold Nöths nach seinem frühen Tod im August dieses Jahres doch noch in Erfüllung gegangen. "Ich habe mich sehr gefreut", sagt seine Witwe, Monika Nöth, dazu.


Gut gekannt

Der Bäcker und der Musiker haben sich gut gekannt. "Mein Vater war lange Dirigent beim Sängerkranz", erinnert Wolfgang Seith. Arnold Nöth war oft bei ihm, hat beispielsweise immer zusammen mit anderen die Backwaren für das große Fest am 1. Mai abgeholt. Und manchmal ließ er für Veranstaltungen das spezielle Brot backen, das er so mochte. "Dabei handelt es sich um ein Roggenmischbrot", erläutert Wolfgang Seith. Dem wird eine bestimmte Würzmischung beigegeben. Alle Details verrät der Bäcker natürlich nicht. Nach dem besonderen Rezept war höchstwahrscheinlich anlässlich einer großen Feier des Sängerkranzes erstmalig gebacken worden. Offiziell hat der Bäcker es "Musikantenbrot" genannt. Aber wenn jemand nachfrage, wolle er schon sagen, wer eigentlich dahinter steckt. Das wird nun nicht mehr nötig sein. Die Geschichte kennt in Reichenbach schon fast jeder.
Auch in Münnerstadt hat sich die Nachricht schon herumgesprochen. "Ich habe mit Arnold Nöth hervorragend zusammen gearbeitet und weiß, wie sehr er sich für den Ort eingesetzt hat", sagt Bürgermeister Helmut Blank (CSU). Es sei eine "klasse Geschichte", dass er jetzt aus dem Ort, aus der Bevölkerung heraus eine solche Anerkennung erfahre. "Ich weiß, dass es ein sehr großer Wunsch von ihm war, dass dieses Brot gebacken wird. Das hat er mir oft gesagt", fügt das Stadtoberhaupt hinzu.
Im Hause Nöth war man überrascht, als die Nachricht von dem neuen Musikantenbrot kam. Natürlich haben sich die Hinterbliebenen über diese Anerkennung gefreut.