Am Ende hat der Ausschuss ganz klar dem Stadtrat empfohlen, die Umgestaltung des Friedhofs durchzuführen. Zuvor hatten sich die Mitglieder über das Vorhaben vor Ort informiert. Doch bei der Abstimmung blickte Bürgermeister Michael Kastl (CSU) in unzufriedene Gesichter. "Ich würde mich auch ärgern", zeigte er Verständnis dafür. "Wenn ich mich nicht schon fünfmal geärgert hätte." Und das lag nicht an der Friedhofsumgestaltung selbst, sondern an der Reihenfolge, wie diese zustande gekommen war. Man habe das Pferd von hinten aufgezäumt, meinte der Bürgermeister dazu. Aber das war Anfang des Jahres, also in der alten Wahlperiode.

Michael Kastl führte auf dem Friedhof kurz in das Thema ein und übergab dann an die wiedergewählte Ortssprechering Ulla Müller (CSU). Die geplante Umgestaltung gehe auf den Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft zurück", sagte sie. Dabei habe die Bewertungskommission auch Empfehlungen ausgesprochen. Es würde Jahre dauern, sie alle umzusetzen, meinte Müller.

Deshalb habe sie sich zunächst den Friedhof ausgesucht. Der sei zwar dank der Arbeit zweier Einwohnerinnen gut gepflegt, wirke aber sehr kahl. Wünschenswert sei, Pflanzflächen mit pflegeleichten Stauden anzulegen und Bäume zu pflanzen. Das Vorhaben sei mit dem Kreisfachberater Dieter Büttner abgestimmt, die Kosten für die Pflanzen belaufen sich auf 2300 Euro. Geplant sei auch, künftig Baumbestattungen anzubieten.

Michael Kastl bestätigte, dass es sich um einen "sehr schönen, hervorragend gepflegten" gepflegten Friedhof handele. Um realistische Kosten für die Umgestaltung zu bekommen, habe er den Bauhof mit ins Boot geholt. Zu den geplanten Baumbestattungen sagt er, dass hierfür erst einmal die Friedhofssatzung geändert werden muss. Bisher wird so etwas im Stadtgebiet noch nicht angeboten.

"Wir sollten alles anbieten", meinte Friedhofsreferent Klaus Schebler (Neue Wege) dazu. Sonst würden sich die Leute für Friedwälder entscheiden. Er habe sich die Baumbestattung in Gefäll angesehen. Das sei nun einmal der Trend der Zeit. Allerdings sei eine Reservierung von Plätzen prinzipiell nicht möglich. Insgesamt herrsche bei den Wermerichshäusern eine große Zufriedenheit über die geplanten Arbeiten am Friedhof.

Die Zufahrt sei sehr eng, weshalb viel mit der Schubkarre erledigt werden müsse, sagte der stellvertretende Bauhofleiter Diethard Markert. Michael Kastl bezifferte die Kosten auf insgesamt rund 36 000 Euro. "Mir war es wichtig, dass wir realistische Zahlen bekommen", betonte er.

Bei der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass vier Bäume gepflanzt werden sollen. Der Apfeldorn wächst sehr langsam und ist ein Tiefwurzler. Ein Schattenbau sei das nicht, betonte Arno Schlembach (CSU). Er verliere sehr schnell seine Blätter, meinte Klaus Schebler. Rosina Eckert (Forum Aktiv) zeigte sich allerdings unzufrieden mit der Sorte. Das sei für sie kein richtiger Baum.

Jetzt gelte es erst einmal, eine Grundsatzentscheidung zu treffen, weil sich die Wermerichshäuser zu Recht fragen würden, warum es noch nicht losgeht mit der Umgestaltung. Das Problem: Bereits Anfang des Jahres hatte eine Bürgerversammlung dazu stattgefunden. Normalerweise wird erst der Beschluss gefasst, dann geht es in die Bürgerbeteiligung.

Zur Baumbestattung sagte Michael Kastl, dass das natürlich in die Kostenkalkulation der Friedhofsgebühren einfließen muss. Es werde sicher auch in anderen Orten Bedarf geben. Eines machte er unmissverständlich klar: "Es muss nicht immer jeder Friedhof gemacht werden." In den letzten Jahren sind mehrere Friedhöfe im Stadtgebiet neu gestaltet worden.

Bei der anschließenden Sitzung im Rathaus kam das Thema noch einmal zur Sprache. Johannes Röß (CSU) regte an, die anstehenden Arbeiten auch auszuschreiben. Das solle ohnehin geschehen, sagte der Bürgermeister dazu. Laut dem geschäftsleitenden Beamten Stefan Bierdimpfl ist die Kostenberechnung so erstellt, dass die Arbeiten auch von Dritten ausgeführt werden kann.