Die Gemeinden der Interkommunalen Allianz Schweinfurter Oberland bezuschussen seit 2014 Bauwillige, die in die Ortskernrevitalisierung investieren. Mit dem Ziel, einer Abwanderung in Siedlungsgebiete und einer Verödung der Ortskerne entgegenzuwirken, haben die Gemeinden Markt Maßbach, Rannungen, Schonungen, Markt Stadtlauringen, Thundorf und Üchtelhausen gemeinsam ein Förderprogramm auf den Weg gebracht. Bauwillige erhalten eine Förderung, wenn sie ein erhaltenswertes, leer stehendes Gebäude sanieren oder eine vorhandene Baulücke in den Verfahrensgebieten schließen.


Gute Resonanz

Allianzmanagerin Julia Hafenrichter: "Das Förderprogramm wird mittlerweile von Bauwilligen gut angenommen." Antragsspitzenreiter ist die Gemeinde Markt Stadtlauringen, gefolgt von den Gemeinden Markt Maßbach und Thundorf. Wichtig ist für die Bauwilligen, dass vor dem Baubeginn der Antrag bei der Gemeinde gestellt und bewilligt wurde. "Wenn es mal schnell gehen muss, kann ein vorzeitiger Baubeginn beantragt werden", sagt Hafenrichter.


Baujahr 1949

Alles richtig gemacht haben Martina und Michael Mildner aus Rothhausen, die im Ortskern von Rothhausen ein kleines Häuschen, das vier Jahre leer stand, umgebaut haben. "Es war eine Sau-Arbeit, das ganze Haus zu entkernen, damit nur noch die vier Wände stehen geblieben sind", sagt Michael Mildner. Erbaut wurde das Gebäude 1949.
Warum haben die Mildners das gemacht. "Wir wollten was Eigenes", sagen sie, "und nicht so groß." Zudem sei das Haus günstig gewesen, "und ich fände es schade, wenn ein solches Haus verwaist geblieben wäre", sagt Michael Mildner. Seine Gattin führt noch den Grüngürtel hinter dem Haus an, das sei Natur pur.
Auf die Förderung aufmerksam gemacht wurden die Eheleute Mildner vom Stadtlauringer Bürgermeister Friedel Heckenlauer. Dieser hätte es gerne gesehen, dass Mildner in seinem Heimatort ein Haus erwirbt und ansässig bleibt. Aber nachdem auch die Gemeinde Thundorf die Förderung der Innenentwicklung beschlossen hatte, war es für beide kein Thema mehr, von Rothhausen wegzuziehen.
Das Haus in der "Gartenstraße 2" in Rothhausen ist das erste Gebäude, das die Förderung der Investitionen zur Innenentwicklung in der Gemeinde Thundorf erhalten hat. Bei diesem Anwesen betrugen die nachgewiesenen und geprüften Gesamtkosten der Sanierung 123 419,72 Euro. Davon waren laut Verwaltung 102 079,69 Euro förderfähig. Laut Beschluss des Gemeinderates Thundorf beträgt die Fördersumme 10 Prozent oder maximal 10 000 Euro der nachweislich investierten Gesamtkosten.


Verwaltungen helfen

Die Bürgermeister in der Allianz Schweinfurter Oberland sind sich einig, dass die Auswirkungen des demographischen Wandels, die sich mehr denn je im ländlichen Raum zeigen, nur durch eine konkrete Leitung und Mitgestaltung in Zukunft bewältigt werden können. Neben den Bemühungen der Gemeinden auf interkommunaler Ebene gibt es weitere kommunale Förderprogramme sowie Möglichkeiten für Bauwillige, im Schweinfurter Oberland auf Fördertöpfe durch Dorferneuerung oder Städtebauförderung zurückzugreifen. Dazu stehen die entsprechenden Mitarbeiter der Verwaltungen mit Rat und Tat zur Seite.