Der Großwenkheimer Kindergarten wird komplett umgebaut. Bei der jüngsten Sitzung hat der Stadtrat einstimmig der von Christian Küster vorgestellten Planung zugestimmt und die Verwaltung beauftragt, das Verfahren zügig voranzutreiben. Gleichzeitig hat das Gremium den Bedarf des Kindergartens angepasst. Der wurde um zwölf Krippenplätze erhöht, die vorhandene Regelgruppe mit 25 Kindern bleibt bestehen. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf rund 1,1 Millionen Euro, während der Umbauphase wird der Kindergarten ausgelagert.

"Die Sanierung des Gebäudes ist seit Jahren ein Thema", sagte Bürgermeister Michael Kastl (CSU). Das Dach und die Heizung müssten sowieso erneuert werden. Bei dem Kindergarten handele es sich um ein ortsbildprägendes Gebäude, der Kindergarten sollte auch dort bleiben. Die Gespräche mit den Verantwortlichen vom St. Elisabethenverein, dem Träger des Kindergartens, seien sehr fruchtbar gewesen.

Es habe bereits ein Termin mit dem Jugendamt gegeben, sagte der Bürgermeister. Das sei ein wichtiger Schritt, um die Förderung zu bekommen. Ob und wann die Kinder aus Seubrigshausen hinzukommen, die derzeit nach Thundorf in den Kindergarten gehen, sei unklar. Der Großwenkheimer Kindergarten könne sie aber aufnehmen, so der Bürgermeister.

Es sei schön, wieder für die Stadt Münnerstadt arbeiten zu können, sagte Planer Christian Küster (Kitzingen). Er hatte schon die Sanierungen der Kindergärten in Brünn und Reichenbach in der Hand. Im Großwenkheimer Kindergarten gab es bisher eine Doppelnutzung, das Gebäude wurde teilweise von Vereinen genutzt, die nun aber neue Räume gefunden haben. Somit sei für eine zweite Gruppe ausreichend Platz.

Ausführlich stellte Christian Küster vor, wie der Kindergarten umgebaut werden soll. Im Erdgeschoss ist beispielsweise die Küche ein Problem. Durch die muss man zwangsläufig gehen, wenn man ins Obergeschoss will. Im Erdgeschoss wird die zweite Gruppe untergebracht. Der vorhandene große Gruppenraum wird geteilt in Gruppenraum und Schlafraum für die Krippenkinder. Die relativ neue Toilette sei nicht mehr zeitgemäß.

Die Treppe wird komplett entfernt und und in anderer Form neu errichtet. Der Gruppenraum im Obergeschoss kann bleiben wie er ist. Dort entsteht ein Büro für die Leiterin. Der Dachboden wird auch nach der Sanierung nicht genutzt, Christian Richter will schauen, ob der Dachständer bleiben muss oder entfernt werden kann. Die Ölheizung aus den 1980er Jahren wird ausgebaut, die neue auf Pellets umgestellt. Eine Wärmedämmung soll die Energiekosten senken, die Krippe bekommt einen Einzellüfter. Im Außenbereich wird eine Unterstellmöglichkeit für Kinderwagen geschaffen. Erfahrungsgemäß werde die zwar kaum genutzt, sie werde aber gefordert. Die Gesamtkosten bezifferte Christian Küster auf gut 1,1 Millionen Euro.

"Wir arbeiten im Bestand", sagte Michael Kastl dazu. Da gebe es einige Zwangspunkte. Der Trägerverein sei sehr entgegenkommend gewesen. Johannes Röß (CSU) fragte nach, warum nicht auch die Fenster getauscht werden. Sie seien noch gut, sagte Christian Küster dazu. "Ich begrüße ausdrücklich, dass wir keinen neuen Kindergarten bauen, sondern im Bestand arbeiten", betonte Leo Pfennig (Freie Wähler).

"Wir werden den Kindergarten während der Bauzeit ausquartieren", sagte Christian Küster. Zum Zeitplan sagte er, dass im August der Förderantrag gestellt werden soll. Die Ausschreibung sei dann vor Weihnachten, im nächsten Frühjahr könne dann mit dem Umbau begonnen werden. Die Bauzeit bezifferte er auf ein Jahr.

Man müsse den Vorstandsmitgliedern des St. Elisabethenvereins dankbar sein, meinte Arno Schlembach (CSU). Für die Auslagerung des Kindergartens kann der Gemeindesaal im Rathaus genutzt werden. Gleichzeitig stellt die Feuerwehr ihren Mannschaftsraum zur Verfügung. Das Herrichten des Rathauses für den Kindergarten sei auch förderfähig, fügte der Bürgermeister hinzu.

Rosina Eckert (Forum Aktiv) wollte noch wissen, wie hoch die Förderung ist. 60 Prozent der förderfähigen Kosten werden bezuschusst, erfuhr sie. Wichtig für die Förderung, sei das Einverständnis des Jugendamtes.