Das Angeljahr wurde dann auch mit dem neuen Vereinsmeister Andreas Schrainer sowie Hugo Vorndran, Robert Hein und Johannes Fleischer mit vier verdienten Anglerkönigen gekrönt. Eher schwach besucht war das Fischerfest, fand Slama, hier wünscht er sich im nächsten Jahr mehr, denn immerhin sei das Fest die "finanzielle Grundlage des Vereins". Das eigentliche Problem, das Slama Sorgenfalten bereitet - "bei uns steht der Naturschutz im Vordergrund" - liegt aber woanders.

Tonnenweise Laub

Dass ruhig bleiben beim Angeln und Fischen als Tugend gilt, ist bekannt. Schwer fällt dies Slama und seinem Stellvertreter Thomas Klemm seit geraumer Zeit dennoch. Ihr Sorgenkind ist die Lauer. Jedes Jahr falle tonnenweise Laub in das Gewässer, erklärt Klemm. Dieses lagere sich am Grund des Flusses ab und zersetzt sich. Zurück bleiben eine Schlammschicht, die sich immer weiter auftürme, und durch Gärungsprozesse entstandene Gase. Ein Zustand, in dem kein Fisch freiwillig lebe. Die Besatzungsmaßnahmen des Vereins - also das Aussetzen von gezüchteten Fischen im Fluss - scheinen dabei nur ein Tropfen auf den heißen Stein zu sein. In der Lauer finde anscheinend keine oder nur kaum natürliche Vermehrung statt.
Auch Bürgermeister Helmut Blank weiß um das Problem - und hat bereits weitere Schritte eingeleitet. Zusammen mit einem Ingenieurbüro für Wasserbau sollen Verbesserungen herbeigeführt werden, dafür will er auch die Sportfischer mit ins Boot holen. Die hätten gerne schon gehandelt. "An manchen Stellen schaut man durch einen Tunnel", erklärt Klemm. So stark sei der Zuwachs. Beim Rundgang mit Mitarbeitern der Naturschutzbehörde wurden sie allerdings enttäuscht. "Die Äste, die wir abschneiden durften, konnte ich unter einem Arm tragen", sagt Slama. Dabei seien gravierendere Maßnahmen notwendig, dass sich in der Lauer wieder Fische ansiedeln. Dass das geht, weiß Slama: "Früher war die Lauer ein perfektes Gewässer". Der kürzlich fertiggestellte Ausbau unterhalb des Gewerbegebiets an der Meininger Straße durch das Wasserwirtschaftsamt nütze dabei nur wenig. "Das ist blinder Aktionismus", kritisiert Slama. Die Aussichten seien alles andere als rosig - nicht für den Verein, sondern für den Fisch.