Als Bretscher 1994 im Alter von 21 Jahren in den Pfarrgemeinderat gewählt wurde, war er das jüngste Mitglied. "Natürlich hatte ich viele Ideen und wollte so einiges verändern. Dies war jedoch wegen fehlender Personen, die das mittragen sollten, nicht immer möglich."

Die ersten vier Jahre seien geprägt gewesen von der Jugend- und Ministrantenarbeit sowie von der Türmlejugend. "In der zweiten Periode wurde ich schon stellvertretender Vorsitzender." Da begann auch die Amtszeit von Pfarrer Gerhard Hanft, "und mit ihm die fruchtbarste Zeit meiner Tätigkeit im Pfarrgemeinderat. 2006 wollte ich schon aufhören. Als jedoch Pfarrer Hanft seinen Weggang ankündigte, kandidierte ich doch wieder und wurde sogar zum Vorsitzenden gewählt."

Die folgenden acht Jahre seien geprägt gewesen von Vakanzen und Pfarrerwechsel, "und damit ging auch vieles wieder bergab, was Hanft aufgebaut hatte". Schöne Erinnerungen waren für Bretscher "die Pfarrgemeinderatswochenenden, das Gemeinschaftsgefühl bei der Organisation des Pfarrfestes und anderen Veranstaltungen sowie die Momente, in denen der gemeinsame Glaube spürbar war".

"Fehlendes Engagement"

Als einen Fehler bezeichnet Bretscher die Unterschrift unter den Vertrag zur Errichtung der Pfarreiengemeinschaft im Lauertal und das fehlende Engagement für den Einbau eines Aufzuges im Pfarrheim, um so die weitere Nutzung sicherzustellen: Sein Resümee: "Ich glaube, dass der Tiefpunkt in der Kirche noch nicht erreicht ist. Wir werden uns noch von vielem verabschieden müssen." Er glaube aber auch, dass der Herrgott es wieder lebendig werden lasse, "in einer Kirche, deren Gesicht wir heute nicht kennen".

Mit Thomas Bretscher schieden auch die restlichen sechs Mitglieder Edith Müller, Gaby Wenzel, Karin Braun, Ingrid Göbel, Silvia Wandelt und Philipp Bauernschubert aus. Das hatte bei der Wahl im März zur Folge, dass kein neues Gremium zustande kam.

Bis Weihnachten 2013 hatten die Pfarreimitglieder ihre Vorschläge in einer Urne in der Kirche einwerfen können. Die Verantwortlichen waren zunächst stolz, dass insgesamt 72 Personen und weitere 30 von bisherigen Mitgliedern vorgeschlagen wurden. Alle Kandidaten wurden persönlich gefragt, ob sie einer Kandidatur zustimmen. Doch es war niemand bereit. Deshalb wurde am 16. Februar laut Wahlordnung eine Persönlichkeitswahl mittels allgemeiner Briefwahl durchgeführt. Es wurden 181 Stimmen abgegeben, bei einer Wahlbeteiligung von 46,4 Prozent. 171 Personen wurden gewählt und anschließend kontaktiert. Doch nach dreitägiger Bedenkzeit hat keine der angeschriebenen Personen die Wahl angenommen.

Im Rahmen des Sonntagsgottesdienstes wurden die Mitglieder des bisherigen Gremiums von Pater Joseph und Kirchenpflegerin Wiltrud Bauernschubert mit einer Urkunde und einem Präsent verabschiedet.