Zur Besichtigung des Anwesens Seminarstraße 7 trafen sich die Münnerstädter Kommunalpolitiker zu Beginn der Stadtratssitzung am Montagabend. Die Stadt hat das Wohnhaus am Nebengebäude erworben, sagte Bürgermeister Michael Kastl (CSU). "Jetzt geht es um die Nachnutzung." Die Stadträte sollten sich erst einmal ein Bild machen von der Lage und den Möglichkeiten machen, die sich aus dem Grundstück ergeben.

Der Bürgermeister favorisiert einen Abriss des Areals, danach soll nach seinem Vorschlag erst einmal ein Parkplatz errichtet werden. Später wünscht er sich dort kleine, günstige Wohnungen.

Eigentlich sah die Tagesordnung vor, dass das Gremium bei der eigentlichen Sitzung in der Alten Aula gleich dem geplanten Abbruch das Einvernehmen erteilt. Aber es gebe neue Erkenntnisse, die erst einmal nicht öffentlich behandelt werden müssten, kündigte Michael Kastl bei der Besichtigung an. So wurde der Tagesordnungspunkt im öffentlichen Teil zurückgestellt; weitere Fragen dazu hatten die Kommunalpolitiker nicht. Allerdings wurde das Thema am Montag dann auch nicht im nichtöffentlichen Teil der Sitzung behandelt, sagte er auf Anfrage unserer Zeitung am Dienstag. Das soll bei der Stadtratssitzung am Montag, 22. November, nachgeholt werden.

Einvernehmen erteilt

Im Baugebiet "Malbe" in Althausen soll ein weiteres Wohnhaus im Freistellungsverfahren errichtet werden, das heißt, es gibt keine Abweichungen vom Bebauungsplan. Das nahmen die Kommunalpolitiker zur Kenntnis. Sehr positiv äußerte sich der Bürgermeister über einen Bauantrag für die Errichtung eines Einfamilienhauses am St.-Kilians-Platz in Seubrigshausen. Das Grundstück liege gegenüber der Kirche, also in der Ortsmitte. Der Stadtrat erteilte einstimmig das Einvernehmen. Keine Probleme sahen sie auch bei der geplanten Errichtung eines Anbaus an ein Zweifamilienhaus in der Seminarstraße in Münnerstadt.

Was im August galt, gilt für die Münnerstädter Stadträte auch jetzt. Im Sommer hatten sie das Einvernehmen für die Errichtung einer beleuchteten, doppelseitigen Werbeanlage auf einem Grundstück nahe den Bahngleisen und dem Oberen Tor (früherer Gebrauchtwagenhandel) abgelehnt. Zur Begründung nannten sie damals, dass es im Bereich der Entlastungsstraße genügend Werbemöglichkeiten gibt und sich nahe dem geplanten Schild die Altstadt befinden.

Das Landratsamt Bad Kissingen als Genehmigungsbehörde hat in der Zwischenzeit die Fachbehörden beteiligt und ist zu dem Schluss gekommen, dass die vorgebrachten Argumente für eine Ablehnung nicht ausreiche. Die Stadt wurde aufgefordert, sich noch einmal mit dem Bauantrag zu befassen. Möglicherweise werde das Landratsamt das gemeindliche Einvernehmen ersetzen, sagte den Bürgermeister dazu. Er verwies allerdings darauf, dass auch die Stellungnahme des Landesamtes für Denkmalpflege nicht unkritisch ist, das Staatliche Bauamt Schweinfurt lehnt die Werbeanlage an der Bundesstraße ab. Wie vom Landratsamt gewünscht, beschäftigten sich die Stadträte nun noch einmal mit dem Thema, allerdings blieben sie dabei. Das Einvernehmen wurde einstimmig verweigert.

Friedhofssatzung anpassen

Eigentlich sollte bei der Sitzung die Friedhofsgebührensatzung angepasst werden, aber der geschäftsleitende Beamte Stefan Bierdimpfl bat darum, auch dieses Thema zu vertagen. Er sicherte den Stadträtinnen und Stadträte zu, dass sie vor der Entscheidung ausreichend Gelegenheit bekommen, sich damit zu beschäftigen. Leo Pfennig (Freie Wähler) verwies darauf, dass es beim Friedhof keine Verpflichtung gebe, alle Kosten umzulegen. 40 oder 50 Prozent können auch bei der Stadt bleiben. Das bat er, bereits im Vorfeld zu berücksichtigen. Genau das sei einer der Punkte, weshalb das Thema erst später behandelt wird, sagte Stefan Bierdimpfl dazu.

Letztendlich ging es noch um die Ersatzbeschaffung des Bauhofleiterfahrzeugs. Das jetzige, Baujahr 2006 mit einem Kilometerstand von 226 543 hätte im September zum TÜV gemusst, allerdings wären dafür Reparaturarbeiten fällig, der Kostenvoranschlag beträgt rund 3750 Euro.

Eigentlich würde die Stadt gerne auf ein Elektrofahrzeug umsteigen, aber es gebe kaum welche, mit denen man auch durch Wald und Wiese fahren könnte, sagte Bürgermeister Michael Kastl. Eine Möglichkeit wäre, zwischenzeitlich ein Fahrzeug zu leasen. Aber auch da könnte es Probleme geben, wenn das Fahrzeug so stark beansprucht wird.

Also schlug der Bürgermeister vor, dass die Stadt die 3750 Euro Reparaturkosten in die Hand nimmt, um das bestehende Fahrzeug wieder nutzbar zu machen. Dem stimmten alle Stadträte zu und auch Bauhofleiter Stefan Sluzar zeigte sich sehr zufrieden mit diesem Kompromiss.