Als vor 50 Jahren, am 18. Juni 1971, alle 38 Abiturienten des Schönborn-Gymnasiums von Oberstudiendirektor (OStD) Hornung ihre Reifezeugnisse überreicht bekamen, wurde ein besonderer Jahrgang verabschiedet. Nach langer Zeit trafen sie sich nun wieder.

1971 waren sie die ersten, die die letzten zwei Jahre nach dem "Münnerstädter Modell" mit zwei Leistungskursen zu sechs Wochenstunden und vier weiteren Fächern zu zwei Wochenstunden absolviert hatten. Der Abschlussklasse mit zehn Klosterschülern, vier Seminaristen und zehn Fahrschülern gehörten auch drei Schüler aus Münnerstadt und zwei Mädchen (Dorothea und Silke) an. Die restlichen Abiturienten hatten sich ein Zimmer in der Stadt genommen. Als Berufswunsch wurden damals zwölf Mal höheres Lehramt und sechs Mal Theologie genannt. Die Realität erhöhte die erste und verkleinerte die letzte Zahl, heißt es in einer Pressemitteilung.

Wenn das kein Grund zum Jubiläum-Feiern ist, dachte sich der ehemalige Mitschüler Martin Schiermeyer, und lud für das Wochenende vom 17. bis 19. September zur Wiedersehensfeier nach Münnerstadt ein. Nach dem "Neu-Kennenlernen" und Abendessen am Freitag war der Höhepunkt sicherlich der Samstagvormittag, als OStD Peter Rottmann den fast 20 anwesenden Jubilaren, teilweise mit Partnern, "sein" Johann-Philipp von Schönborn-Gymnasium in einem fast zweistündigen Rundgang vorstellte. Neben dem Staunen über die vielen Neubauten, die moderne Ausstattung und die derzeitigen Herausforderungen durch Pandemie und Ganztagesbetrieb kamen bei vielen auch wehmütige Erinnerungen auf oder wurden ganz spontan Anekdoten zum Besten gegeben, als man bestimmte Räume besichtigte oder Namen ehemaliger Lehrer genannt wurden. Auch Studien-Direktor im Ruhestand (StD i.R. ) Klaus-Dieter Guhling hatte sich der Führung angeschlossen.

Spitznamen ehemaliger Pauker

Rege Diskussionen darüber, was früher wo war, wie die "Spitznamen" ehemaliger Pauker hießen (Frosch, Alo, Goat, Felix..) hielten auch nach dem neuen "Klassenfoto" an. Den frühen Nachmittag verbrachte man mit anregenden Gesprächen bei Kaffee und Kuchen. Der anschließende Besuch im Henneberg-Museum war kostenlos, sehr aufschlussreich und informativ, beleuchtete er doch auch die Frühgeschichte des Gymnasiums mit vielen Exponaten. Das gemeinsame Abendessen im Keller des "Bayerischen Hofes", war wieder begleitet vom Austausch alter Erinnerungsstücke in Form von Bildern, Vinculum-Zeitschriften oder weiteren Jubiläumsschriften. Mit großem Hallo wurde dann "unser" Deutschlehrer StD i.R. Gerd Müller mit seiner Frau begrüßt. Wie schon am Freitagabend blieb nach dem reichhaltigen Essen viel Zeit, die "alte Zeit" wieder lebendig werden zu lassen.

Nicht das letzte Treffen

Nicht erst nach dem Frühschoppen am Sonntag war für alle klar: Das war nicht unser letztes Treffen außerhalb der Studiengenossenfeste, von denen das nächste schon in zehn Monaten ansteht. Abschließend gab ein herzlichen "Danke" an Martin für Organisation und Programm, heißt es abschließend.