In diesen Tagen jährt sich der Neubau des Schulgebäudes am Wermerichshäuser Weg zum 50. Mal. Daher veranstaltet die Grundschule heute, am Montag, 20. Oktober, ein Jubiläumsfest mit buntem Programm. Rektorin Angelika Kothmann-Loos - seit 2011 Schulleiterin an der Grundschule Poppenlauer - freut sich, mit der ganzen Schulfamilie und vielen Gästen und Ehrengästen das 50-jährige Schuljubiläum feiern zu können.

Bis 1964 existierten in Poppenlauer zwei Bekenntnisschulen, eine katholische im Rentamt und eine evangelische im Rathaus. Da beide Gebäude für einen effektiven Unterricht ungeeignet waren, setzte sich im Gemeinderat der Entschluss durch, ein neues Schulgebäude zu bauen mit dem Ziel, beide Schulen dort unter einem Dach unterzubringen. Der rechte Flügel sollte den katholischen, der linke Gebäudeteil den evangelischen Schülern vorbehalten sein. Beide Schulen wurden bei dieser Gelegenheit so ausgestattet, dass sie unabhängig voneinander arbeiten konnten.

Um Ostern 1966 war das Schulgebäude fertig gestellt. Inzwischen hatte sich aber der Gedanke durchgesetzt, dass es vorteilhafter und fortschrittlicher wäre, wenn statt der beiden Bekenntnisschulen eine "Christliche Gemeinschaftsschule" einziehen würde. Dem ersten Schulleiter der neuen Schulart, Rektor Franz Wacker, oblag es, für die Integrationsarbeit zu sorgen. Denn dieser allgemein noch unbekannte Schultyp wurde im Dorf noch eine Zeitlang misstrauisch beäugt, da er sich in vielen Teilen Bayerns noch nicht etabliert hatte.

Zusammenarbeit im Verbund

Ein bisschen Tradition musste aber doch noch sein: So wurde das alte Siegel der Bekenntnis-Schule noch eine Weile weiter benutzt. Eine andere Neuheit tauchte im September 1966 auf: Poppenlauer bildete einen Schulverband mit der Nachbarschule Brünn. Hauptlehrer Franz Hauck zog mit seinen Schülern in die Poppenlauerer Schule ein und wurde dort stellvertretender Schulleiter. Nun trug das neue Dienstsiegel den Namen: Verbandsschule Poppenlauer-Brünn.

In den 70er Jahren zweiklassig

Mit Einführung des neunten Schülerjahrganges im September 1969 wurden die Neuntklässer aus Poppenlauer an der Hauptschule in Maßbach unterrichtet. Ab dem Schuljahr 1971/72 gingen zudem die Schüler der 7. und 8. Schülerjahrgänge in Maßbach zur Schule. Als Ausgleich hielten die jüngeren Kinder aus Maßbach, Rannungen und Volkershausen in der Poppenlauerer Schule Einzug - mit der Folge, dass die Jahrgänge zweiklassig wurden. Seither gibt es auch die die alltägliche Schülerbeförderung.

Das neue Dienstsiegel trug als Schulnamen: Volksschule Poppenlauer - Verbandsschule - Grund- und Teilhauptschule I . Ab 1972/73 wechselten die Schüler aus Brünn von Poppenlauer an die Hauptschule Münnerstadt. Dann lautete der Name: Volksschule Maßbach-Poppenlauer - Verbandsschule - Grund-und Teilhauptschule I . Ab 1978 führte die damalige Konrektorin Gabriele Sebald ein Jahr die Schulleiter-Geschäfte kommissarisch, bis 1979 Rektor Ewald Brand neuer Chef wurde.

Schon länger sich in Poppenlauer das Gerücht, dass aus der Schule eine reine Grundschule werden soll. 1984, nach Hin und Her mit schulinternen und marktgemeindlichen Aktivitäten konnte die Neugliederung vollzogen werden. Seither werden in Poppenlauer nur Grundschüler unterrichtet. Auch die Grundschüler aus Maßbach gehen in Poppenlauer zur Schule. Der neue Name: Volksschule Maßbach-Poppenlauer - Verbandsschule - Grundschule.

Erweiterung wurde geplant

1988 reiften die ersten Pläne für eine Schulerweiterung. 1990 kamen die Bürgermeister Erhard Klement (Maßbach), Leo Erhard (Rannungen) und Felix Braun (Thundorf) überein, den Schultrakt zu erweitern. 1992 war der Um- und Erweiterungsbau bis auf den neu zu gestaltenden Pausenhof abgeschlossen, der im Sommer 1993 mit dem Erweiterungsbau seiner Bestimmung übergeben wurde.

Die bis heute letzten Bauarbeiten in und am Schulgebäude waren die energetischen Erneuerungen in den Jahren 2010 bis 2013. Während dieser Zeit waren alle Klassen an die Hauptschule in Maßbach ausgelagert.

Aktuell unterrichten an der Grundschule Poppenlauer 13 Lehrkräfte 161 Grundschüler in acht Klassen. Die Kinder kommen aus den Gemeinden Maßbach, Poppenlauer, Rannungen und Volkershausen.