Der Bayerische Hof mit Marktplatz Nord, das Deutschordensschloss, der Anger, das Heimatspielhaus, der Fränkischer Hof, die Zehntscheune sowie Neupflasterungen in Bereichen der Altstadt und dazu unzählige kleinere private Projekte - die Liste der Sanierungen im Rahmen der Städtebauförderung in Münnerstadt ist lang, auch wenn sie durchaus noch länger sein könnte. Seit 45 Jahren unterstützt der Staat die Stadt Münnerstadt und Privatpersonen beim Denkmalschutz. Das wird nun aufgearbeitet und in einer Dokumentation zusammengefasst.

"Die Regierung möchte gerne, dass wir eine Dokumentation erstellen", sagte Bürgermeister Michael Kastl (CSU) bei der jüngsten Stadtratssitzung. Eigentlich sollte das schon anlässlich von 40 Jahren Städtebauförderung vor fünf Jahren geschehen, was aber nicht der Fall war. Das Thema vertiefte der neue Bürgermeister nicht. Seine klare formulierter Vorschlag: "Wir machen es!" So könne der Stadtrat dokumentieren, dass er was tun will für die Altstadt. Das Büro des Sanierungsbeauftragten Schlicht Lamprecht Architekten und früher Dag Schröder habe die Stadt die ganzen Jahre betreut.

Evi Mohr vom Büro des Sanierungsbeauftragten sagte, dass der Regierung sehr an der Öffentlichkeitsarbeit gelegen sei. Dabei geht es darum, was das Programm im Sanierungsgebiet Altstadt gebracht hat, auch im privaten Bereich, wer es in Anspruch genommen hat. Die früheren drei kleineren Sanierungsgebiete, die später im großen Sanierungsgebiet Altstadt aufgingen, seien bereits Unterlagen vorhanden.

"Die Regierung unterstützt uns nach Kräften", betonte Michael Kastl. Das sollte der Stadt Münnerstadt auch weiterhin eine Verpflichtung sein. Deshalb sollte die Dokumentation auch erstellt werden. Das sei ein Rückblick und gleichzeitig ein Grundstein für die Zukunft.

Wie viel die Dokumentation kostet und ob es auch dafür Fördermittel gibt, wollte Rosina Eckert (Forum Aktiv) wissen. Zu den Kosten verwies sie Bürgermeister Michael Kastl auf den nicht öffentlichen Teil der Sitzung. Gefördert wird die Dokumentation durch das Bund-Länder-Städtebauförderprogramm im Bereich "Wachstum und nachhaltige Erneuerung - Lebenswerte Quartiere gestalten". In diesem Jahr beträgt die Förderung 60 Prozent.

Die Frage, ob die Unterlagen von Dag Schröder alle vorhanden sind, bejahte Evi Mohr. Alles, was vor dem Jahr 2000 war, müsse man zusammensuchen, es sei aber da. Sie verwies noch einmal auf die vorhandene Dokumentationen, Privatmaßnahmen müssten aber noch zusammengetragen und auch Bildmaterial gesichtet werden.

Leo Pfennig (Freie Wähler) sprach sich für die Dokumentation aus. Das sei ja eine Art Bestandsaufnahme, es werden ja noch weitere Vorhaben folgen, meinte er. "Das Beste kommt ja noch - hoffentlich", sagte Leo Pfennig, was Michael Kastl mit dem Wort "genau" quittierte.

Michael Kastl sprach sich auch dafür aus, noch in diesem Jahr die Verwaltung zu beauftragen, bei der Regierung einen Förderantrag für die Dokumentation zu stellen. Heuer bekommt die Stadt 60 Prozent Förderung im nächsten Jahr 80 Prozent oder sogar mehr. Es solle nicht der Eindruck entstehen, die Stadt Münnerstadt schiebe Projekte vor sich her, um dann in den Genuss höherer Förderquoten zu kommen, sagte der Bürgermeister. Der Beschluss fiel einstimmig.

Gegenüber dieser Zeitung nannte er nach der Sitzung auch die Kosten der Dokumentation: Etwa 20 000 Euro werden das sein, wobei es eine Förderung gibt. Wie Evi Mohr bei der Sitzung sagte, müsste die Städtebauförderung ohnehin dokumentiert werden.