Da half alles Werben nichts. Obwohl Sanierungsbeauftragter Stefan Schlicht sehr eindringlich die Vorzüge eines Steges und der Metalltreppen hervorhob, um den Jägerparkplatz von der Reichenbacher Straße aus fußläufig zu erschließen, gab es viele Gegenargumente im Stadtrat. Die einen sprachen sich klar dafür aus, andere warnten vor den Nachteilen und wollten lieber eine herkömmliche Erschließung über eine wassergebundene Fläche und Betontreppen. Auch eine Mischform brachten die Kommunalpolitiker ins Spiel. Weil Bürgermeister Michael Kastl (CSU) eine Kampfabstimmung vermeiden wollte, werden sich die Stadträte nun erst einmal die in Frage kommenden Metallgitter näher ansehen. Das Büro Schlicht Lamprecht Architekten plant bis zur Entscheidung erst einmal mit zwei Varianten weiter.

Der Punkt war kurzfristig mit auf die Tagesordnung gelangt, weil Evi Mohr und Stefan Schlicht vom Büro des Sanierungsbeauftragten ohnehin die Entwurfsplanung für den Jörgentorparkplatz vorstellten (wir berichteten). Es gebe bei der Planung noch ein paar Kriterien zu beachten, wie der der Abstand zu den Gleisen von sieben Metern, sagte Evi Mohr. Dem derzeit schon als Provisorium genutzten Parkplatz auf dem früheren Jägergrundstück mangelt es zurzeit an einem direkten Erschließungsweg zum Gymnasium und über die Brücke weiter zum neuen BBZ.

Dieser Weg führt über den steilen Hang, wobei die Topographie beibehalten werden und der Eingriff so minimal wie möglich sein soll. Drei Lösungsvorschläge hatte sie parat. Der Hang hat etwa in der Hälfte eine Ebene, dort befanden sich früher die Gärten der Bahn. Der Vorschlag: Eine Metalltreppe führt bis zur Ebene, dort geht der Weg über einen Metallsteg mit Aufenthaltsbereichen weiter und führt schließlich über eine zweite Treppe bis zum Parkplatz. In einer zweiten Variante fallen die Stege und Treppen schmaler aus, in einer dritten greift man auf einen herkömmlichen Ausbaum über Betontreppen zurück, wobei die mittlere Ebene eine wassergebundene Deckschicht mit Bänken erhält.

Letztendlich seien es zwei Varianten, meinte Bürgermeister Michael Kastl (CSU): Metallstege und Metalltreppen oder die herkömmliche Variante mit Betonstufen. Er konnte sich gut mit Metallstegen anfreunden. Klaus Schebler (Neue Wege) warnte aber vor dem Pflegeaufwand, weil die Pflanzen ja auch unter dem Metallgitter wachsen. Stefan Schlicht warb aber für diese Variante. Wassergebundene Flächen seien teurer, die Metallstege die pragmatischere und nachhaltigere Lösung. Das sah auch Johannes Wolf (Grüne) so.

Matthias Kleren (Freie Wähler) fragte nach, ob in der Mitte der Reichenbacher Straße nicht eine Verkehrsinsel gebaut werden könnte, damit die Schüler leichter die Straße überqueren können, aber dafür wird der Platz kaum ausreichen. Michael Kastl hätte es gerne gesehen, dass auch die Schüler, die direkt am Bahnhof aussteigen einen Fußweg bekommen und nicht wie bisher auf der Straße laufen müssen. Axel Knauff (SPD) schlug eine Brücke vom Parkplatz über die Reichenbacher Straße vor, aber die hatte das Planungsbüro schon geprüft und verworfen.

Britta Bildhauer (SPD) forderte schließlich eine Ortseinsicht und bekam Unterstützung von Rosina Eckert (Forum Aktiv). "Noch sinnvoller als eine Ortseinsicht ist eine Materialeinsicht", fand der Bürgermeister. Denn das Metallgitter soll rutschfest und auch mit Stöckelschuhen begehbar sein. Bei etlichen Wortmeldungen legten die Stadträte Argumente für und gegen die Steglösung vor. Thorsten Harnus (CSU) brachte eine Mischlösung ins Spiel, Adrian Bier (PARTEI) sprach sie für eine Holzkonstruktion aus.

Auf zwei, drei Wochen komme es nun auch nicht mehr an, sagte der Bürgermeister und bat darum, den Punkt zu vertagen. Stefan Schlicht, der ursprünglich um eine Entscheidung gebeten hatte, um die Planung voranzutreiben, will nun nach Anschauungsprojekten suchen. Die Planung könne vorerst auch mit beiden Varianten weiter gehen.

Weil sie den Plan für den eigentlichen Parkplatz ohnehin dabei hatte, bat der Bürgermeister Evi Mohr, diese doch auch gleich vorzustellen. 118 Parkplätze sollen dort entstehen, am Ende gibt es einen kleinen Wendehammer. Die Idee, ein Nachbargrundstück zu erwerben, um die Autos in eine andere Richtung abzuleiten, hatte sich als unausführbar erwiesen. Einen genauen Zeitplan, wann der derzeit provisorische Parkplatz hergerichtet wird, gibt es noch nicht.