"Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute ist so nah." Das alte Sprichwort lässt sich auf viele Bereiche des Lebens anwenden. Arno Reuscher, Sprecher vom "Kaufhaus Mürscht", sieht Münnerstadt auch als Einkaufsstadt. "Es gibt alles in Münnerstadt", sagt er. Nur wissen das viele Münnerstädter nicht. Um das zu ändern und auch um Gästen zu zeigen, was es alles in der Stadt und den Stadtteilen an Geschäften und Dienstleistern gibt, hat die lose Vereinigung von Gewerbetreibenden "Kaufhaus Mürscht" im letzten Jahr erstmals einen Einkaufsführer herausgegeben. Während die Broschüre mit mehr als 60 Eintragungen von familiengeführten Unternehmen in verschiedenen Geschäften auslag, soll die Neuauflage an die Haushalte verteilt werden.

14 000 Exemplare


Insgesamt 14 000 Exemplare sollen von der neuen Bröschüre, die Christine Schikora zusammenstellt, gedruckt werden. 8000 Stück werden an Haushalte verteilt und zwar in Münnerstadt mit allen Ortsteilen, in Maßbach, Poppenlauer, Nüdlingen, Haard, Bad Bocklet, Steinach und Burglauer. Die restlichen 6000 werden wieder in den Geschäften ausliegen. So sollen auch Besucher der Stadt sehen, was es hier alles zu kaufen gibt.
"Überörtliche Gewerbeverzeichnisse gibt es viele", meint Arno Reuscher. Wichtig ist für ihn aber ein richtig lokaler Einkaufsführer. "Viele Leute nutzen ihn, um die Telefonnummern oder die Öffnungszeiten einzelner Geschäfte und Dienstleister zu erfahren."
Einkaufen sei einer der Hauptpunkte, was die Lebensqualität einer Stadt betrifft, ist der Inhaber von Eisen-Krais überzeugt. "Wenn es keine Geschäfte mehr gibt, ziehen die Leute in die nächst größere Stadt", meint er.
Arno Reuscher hat eigentlich mit seinem Geschäft alles Hände voll zu tun. Immer wieder kümmert er sich aber auch um andere Gewerbetreibende, die früher im eigenen Gewerbeverein "Mürscht...e.V." organisiert waren und heute das "Kaufhaus Mürscht" bilden.
"Das ist eines dieser undankbaren Dinge", sagt Arno Reuscher auf die Frage, warum er das alles auf sich nimmt. Aber er fügt gleich hinzu, dass es ihm auch Spaß mache. "Und es funktioniert nur in der Gemeinschaft."
Zu dieser Gemeinschaft, zählt Christine Schikora, bei der jetzt die Fäden zusammenlaufen. Sie hofft natürlich, dass in diesem Jahr noch mehr Geschäftsleute mitmachen. Deshalb hat sie verstärkt Dienstleister, Handwerker, Versicherungsvertreter, Architekten und Steuerberater angeschrieben. Einige hätten bereits Interesse gezeigt. Vorausgesetzt die Stammkunden vom letzten Jahr bleiben dem Einkausführer treu, geht Christine Schikora davon aus, dass es heuer mehr Einträge geben wird.
Und warum opfert sie so viel Zeit und Mühe für "Kaufhaus Mütrscht"? "Weil es enorm beeindruckend ist, was für ein breites Angebot es hier gibt", sagt sie. Und weiter: "Es ist eine wirklich liebenswerte Stadt, man muss es den Leuten nur immer wieder einmal ins Gedächtnis rufen." tm