Da staunten die Münnerstädter und Autofahrer von außerhalb nicht schlecht: An der Seger-Kreuzung nördlich der Stadt wird großflächig für Wohnungen in der so genannten Grube geworben. Bekannt ist davon allerdings noch nichts. "Das sollte eigentlich nicht so sein", sagt Bürgermeister Helmut Blank. "Aber ich war in der letzten Woche nicht da." Eigentlich hätte er das Projekt zusammen mit dem Münnerstädter Architekten Andreas Halboth
vorstellen wollen, der es auch geplant hat. Weil der aber am Mittwoch nicht in Münnerstadt war und wegen der Werbung an der Kreuzung immer mehr Nachfragen kamen, gab Helmut Blank nun doch Auskunft.

In der Grube gehören der Stadt mehrere halb verfallene Häuser und Scheunen. Die könnte man abreißen und statt dessen Häuser mit Senioren gerechten Wohnungen bauen. Den Markt dafür sieht der Bürgermeister durchaus , denn in Münnerstadt gibt es mehrere Senioreneinrichtungen, die auch ambulante Pflege anbieten. "Seit 20 Jahren wird über Wohnbebauung in der Grube geredet, es wird Zeit, dass sich etwas tut." Dabei gehe es um die Stärkung der Innenstadt.

Helmut Blank betont ausdrücklich, dass es sich nicht um die Scheunen direkt an der Stadtmauer handelt. Die sind meist in Privatbesitz und werden als Unterstellmöglichkeiten für Wohnmobile, Holzlagerung und ähnliches genutzt. "Das ist zu respektieren", meint er. Es geht um die gegenüber liegenden Häuser und Scheunen. Archäologische Untersuchungen sind dort schon vor Jahren vorgenommen worden.

Einzelheiten zu den Wohnungen kann Helmut Blank nicht sagen. Das will er Andreas Halboth überlassen. Es sollen kleinere Wohneinheiten sein, die auf Wunsch aber zu großen zusammen gelegt werden können.
Jetzt solle erst einmal abgewartet, wie groß das Interesse ist. Erste Anfragen sind bereits eingegangen. "Wenn wir konkrete Unterschriften haben, legen wir los." Das ganze Projekt soll im Rahmen einer noch zu gründenden Genossenschaft realisiert werden. Die Stadt als Eigentümer der Grundstücke wäre natürlich mit im Boot. "Ich denke, dass kriegen wir hin", meint das Stadtoberhaupt.

Und das Ganze hat noch einen ganz anderen Aspekt: "Wenn es klappt, kann das Projekt auf andere Gebäude ausgeweitet werden. Auf die Frage, ob er da die Marienanstalt im Blick hat, sagt Helmut Blank: "Das bezieht sich auf alle möglichen Gebäude." Und dabei gehe es nicht nur um Senioren gerechtes Wohnen, sondern um Wohnungen ganz allgemein.