Der Freizeitmusikant hatte noch im vergangenen Jahr einen landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieb geführt. Jetzt lässt er es langsamer angehen. Aber Musik ist sein Leben. Er braucht keine Noten. "Die kenn ich gar nicht so richtig", gibt er offen zu. Mit seiner Steyrischen, einer diatonischen Ziehharmonika, blüht er auf. Mauder verzichtet auf große Vorreden, sondern fordert sofort zum Mitsingen auf.

Die "Steyrische" sei früher mit der Mundharmonika das Hausinstrument gewesen, weit verbreitet und ideal, um Lieder zu begleiten, erklärt Mauder. Selbst spielte Mauder in der kleinen Oberwerrner Musikgruppe "Die fidelen Bauern" mit. Diese haben sich allerdings vor zehn Jahren aufgelöst. Dem Musizieren frönte er weiterhin. Seit vier Jahren widmet er sich verstärkt dem Wirtshaussingen, beispielsweise über Volkshochschulen oder auf Nachfragen von Vereinen, Gruppen und Gastwirten. "Im Jahr kommen so 15 bis 20 Termine zusammen, davon vier Mal in Oberwerrn selbst. Wenn ich Zeit habe, sage ich gerne zu", berichtet er.

Nach Ebenhausen hatte er ein Textheft mit rund 100 Liedern mitgebracht, die nahezu alle Besucher kannten. Von Wanderliedern bis hin besinnlichen Weisen reichte das Repertoire, die er mit lustigen Texten auflockerte. Etliche Mundartbeiträge stammen aus eigener Feder. Andere passte er seinem heimatlichen Dialekt an. Die frohe Laune verstärkten Witze und Trinksprüche, passend in die Faschingszeit, zu der Schunkelrunden gehörten. In drei Blocks zu je einer Stunde konnten die Besucher selbst ihre Hits auswählen. Die Pausen nutzen sie zum Ratschen, vielfach in Erinnerung an die "gute, alte Zeit", in der der Wirtshausbesuch für die Männer zum Alltag gehörte.
"Ein eigentliches Wirtshaussingen gab es in Ebenhausen wie auch in der Umgebung früher nicht", erinnert sich etwa Hermann Stürmer, der das Wirtshaussingen besuchte. "Wir saßen in der Wirtschaft zusammen, waren fröhlich und stimmten je nach Lust und Laune das eine oder andere Lied an. Das waren mehr oder weniger die Lieder, die wir heute singen." Manchmal seien eigene Strophen dazu gedichtet worden. Manche Weisen wurden auch etwas abfällig "Lumpeliedlich" genannt, wohl auch deshalb, weil das eine oder andere Bier die Stimmung auflockerte.

Das erste Wirtshaussingen der AH-Abteilung soll nicht das letzte gewesen sein. Das alte Liedgut, das in der Gruppe mit einigen vom Männergesangverein ohnehin gepflegt wird, hat die Lust am Singen verstärkt. Die weiteren Gäste - auch aus Nachbarorten - waren sich einig: Diese Tradition soll in gemütlicher Atmosphäre wieder verstärkt aufleben.