Die besagte Million ist der Betrag, den seit 1972 - also in vier Jahrzehnten - Soldaten des Bundeswehr-standorts Hammelburg in den unterfränkischen Landkreisen, Bad Kissingen, Main-Spessart und Aschaffenburg für die Pflege der Kriegsgräber einsammelten und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) zur Verfügung stellten.
"Eine Wahnsinnssumme", wie VDK-Bezirksgeschäftsführer Stefan Wagenhäuser staunend bestätigte. "So eine Leistung ist ohne Engagement und Motivation nicht zu erreichen", räumte er anerkennend ein. Allerdings gebe es durch die Bundeswehrreform immer weniger Sammler. Deshalb bat Wagenhäuser die anwesenden Bürgermeister, das Manko durch freiwillige Sammler in den Gemeinden auszugleichen. Gleichwohl galt seine Bitte der Friedensarbeit in den Schulen in Form von Work-Camps und Friedenserziehung.
Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des VDK-Bezirksverbands, Dr. Paul Beinhofer, zeichnete er das Offiziersanwärter-Bataillon sowie den organisatorisch Verantwortlichen, Oberstabsfeldwebel Georg Röding und den stellvertretenden Standortältesten, Oberstabsfeldwebel Bernd May, mit der großen VDK-Anerkennungsplakette und der Dankes urkunde aus.
Bezirksvorsitzender Beinhofer bezeichnete das Bestatten und Ehren der Toten als eines der sieben Werke der Barmherzigkeit. "Ich erlebe immer wieder erschütternde Szenen wenn der VDK einen Gefallenen identifizieren konnte. Eine würdige Bestattung ist die letzte Ehrenpflicht, die wir ihm erweisen können", berichtete er. Hammelburg, einer der ältesten und größten Bundeswehr-Standorte im Bezirk, habe sich in der Kriegsgräberfürsorge und als Friedensinitiative schon lange bewährt, bestätigte er. Die Sammlungen seien auch Bewusstseinsbildung für junge Soldaten, die "sich kritischen Fragen an der Haustüre stellen müssen", ist Beinhofer überzeugt.
Bernd May sah die Aktivitäten des VDK auch als sinnvollen Beitrag um Verständnis für die Auslandseinsätze der Soldaten zu werben. Die Sammelergebnisse der letzten zehn Jahre beziffert er jeweils auf über 30 000 Euro.
Die Haus- und Straßensammlung beginnt am Freitag, 19. Oktober, und endet am 4. November.