Kein Wunder. Wer hat schon die Gelegenheit, dem Papst zum Geburtstag zu gratulieren. So ganz nebenbei ist Martha Bergner zum ersten Mal in ihrem Leben geflogen.

Zuerst nicht geglaubt


Man kennt das ja: "Sie haben gewonnen", sagt eine Stimme am Telefon. Das Ganze ist dann eine Werbeaktion. Martha Bergner ist vorsichtig. Der Mann, der ihr sagte, sie gehöre zu den Auserwählten, die mit nach Rom reisen dürfen, erntete auch keine Jubelrufe. "Ich habe das erst gar nicht geglaubt." Als sie aber dann mitbekam, dass die Bayerische Staatskanzlei mit Stiftungen zusammen arbeitet, wenn es um solche Einladungen geht, war ihr schnell klar, dass es doch doch alles in Ordnung ist. "Am nächsten Tag habe ich in München angerufen und mich entschuldigt.".
Rund 150 Leute gehörten zur bayerischen Geburtstags-Delegation nach Rom. Die meisten waren Politiker und Vertreter der Kirche. Aber es war auch Platz für etwa 30 Frauen und Männer, die sich kirchlich sehr engagieren. Und das trifft für Martha Bergner besonders zu. Schließlich ist die Liebhaberin von Kirchenmusik und mehrfache Kirchen-Chorleiterin im letzten Jahr von der Bücher-Dieckmeyer-Stiftung für ihr Engagement vor allem um die Junge Kantorei Bad Neustadt ausgezeichnet worden. Über diese Stiftung ist die Staatskanzlei auf Martha Bergner aufmerksam geworden.
Zusammen mit Elisabeth Maskos aus Schweinfurt ist sie am Abend vor dem Geburtstag des Papstes nach München gefahren. Um 4 Uhr morgens ging es dann zum Flughafen. Pünktlich um 6 Uhr hob die Sondermaschine der Lufthansa ab.
Martha Bergner saß zum ersten Mal in einem Flugzeug. Sie wird den Flug in guter Erinnerung behalten. Sehr angenehm sei es gewesen. Mit im Flieger saßen - mit Sicherheit viel flugerfahrener - Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und fast alle Kabinettsmitglieder. Und natürlich viel Geistlichkeit und Adel. Nur die Bischöfe waren schon voraus gereist.
Auf einem Militärflughafen ist Martha Bergner mit all den anderen gelandet. Dann ging es im Konvoi mit Polizeischutz und Blaulicht durch die italienische Hauptstadt. Alle Straßen waren gesperrt, der Verkehr stand still. "Die Bayern kommen", scherzt Martha Bergner.
Was dann folgte, wird sie wohl niemals vergessen. Ein Gottesdienst in der Cappella Paolina. Die Kapelle liegt unmittelbar unter den Privaträumen des Heiligen Vaters. Gehalten hat den Gottesdienst natürlich Papst Benedikt.

Dem Papst gratuliert


Dann war für die meisten erst einmal Zeit für Begegnungen. Denn die Bischöfe und danach Horst Seehofer hatten Privataudienzen beim Papst. Dann schlug auch Matha Bergners große Stunde. Die Delegation aus Bayern durfte im Sala Clementina dem Nachfolger Petri gratulieren. Nicht jeder einzeln, das wäre zu viel gewesen, aber als Gemeinschaft. Und Martha Bergner ist sich sicher, dass ihr Geschenk für den Papat angekommen ist.
Vor einiger Zeit hat die Valentin-Rathgeber-Gesellschaft in Oberelsbach eine CD aufgenommen. Dabei waren Mitglieder der ehemaligen Jungen Kantorei Bad Neustadt und Männer des Nüdlinger Kirchenchores. Und natürlich Martha Bergner. Zwei dieser CD's hat die engagierte Frau dem Würzburger Biscvhof Friedhelm Hofmann überreicht. Eine war für ihn die andere sollte er an den Papst weiter geben. Sehr gerne habe der Bischof die CD für den Papst angenommen. Zwar habe sie ihn nach der Audienz nicht mehr sprechen können, aber sie geht davon aus, dass alles gut gegangen ist.Weil der Papst aus Altbayern stammt, war auch die Delegation recht altbayerisch geprägt. Mit Trachten und Schuhplattlern. Und weil Martha Bergner auch aus Altbayern stammt, hat es ihr ganz besinders gefallen.
Beim Botschafter Deutschlands beim Heiligen Stuhl gab es weitere Begegnungen und Zeit für Gespräche. Die ganzen Eindrücke hat Martha Bergner noch gar nicht so recht verarbeitet. "Es war eine ganz große Ehre dabei sein zu dürfen.".

Geschenk aus dem Vatikan


Die Erinnerung an diese Stunden wird ihr bleiben. Auf dem Tisch liegt ein Ledermäppchen mit dem Wappen des Papstes. Darin ein Rosenkranz, den sie im Vatikan geschenkt bekommen hat. Die offizielle Broschüre von der Reise ist ihr auch geblieben. Und natürlich die vielen Fotos. Auch wenn die vom Papst verwackelt sind, in der Erinnerung hat sich die ganze Reise ganz scharf eingebrannt.