Aus der Magdalenenpfarrei Münnerstadt und ihren vier Filialgemeinden sind Ministranten vertreten, dazu drei mit Behinderung aus einer Wohngruppe des Ringeisenwerkes Maria Bildhausen in Münnerstadt. Die Leitung des Treffens teilen sich Stadtpfarrer P. Markus Reis, P. Felix Meckel und P. Jeremias Kiesl. Der tiefere Sinn des AMT sei, die Reflexion der Jugendlichen über sich selbst: "Was ist mir wichtig im Leben, in der Zukunft und im Glauben", sagt P. Jeremias.
Wo sind die Zehn Gebote heute aktuell - das erlebten die Teilnehmer am Pfingstsonntag bei ausgedehnten Wanderungen in und um Münnerstadt in aktualisierter Weise.
Neben der thematischen Arbeit solle das persönliche Gespräch und der gegenseitige Austausch nicht zu kurz kommen. Wichtig sei das Kennenlernen von Ministranten aus anderen Pfarreien und Regionen und natürlich deren Interessen, sagte P. Jeremias.
"Wir sind gerne Messdiener und haben auch schon unsere jüngeren Geschwister fürs Ministrieren begeistern können", sagen die Gäste aus den Filialgemeinden der Augustinerpfarrei in Messelhausen, Ober- und Unterbalbach bei Lauda-Königshofen. Sie bedauern, dass es infolge des allgemeinen Kindermangels auch weniger Ministranten-Nachwuchs gibt. "Wenn heuer noch das Kloster in Messelhausen aufgelöst werden soll, dann sind wir nur noch ein ganz kleiner Haufen. Dennoch sind wir gern Ministranten und haben Freude, am Altar zu dienen", sagt Stefan Stumpf, der sich wegen des Abiturs leider ein wenig zurückziehen müsse. Das sei aber kein Grund, aufzuhören. Froh sind sie über die Einladung P. Jeremias', auch dann beim AMT noch gern gesehen zu sein, wenn sie keine Augustiner-Minis mehr sind. "Das Treffen ist super, und wir erleben drei Tage lang eine ganz andere Welt als das Einerlei zuhause", sagte Tobias Zeitler.

Landwirtschaft, Polizei, Kunst

Die Jugendlichen stehen in einer Entwicklungsphase, in der sie auf der Suche nach eigenen Werten sind. "Was macht Sinn? Wonach suche ich? Welche Ziele setze ich mir?", seien Überlegungen, die zur Persönlichkeitsfindung und Identitätsbildung, aber auch zur Erweiterung des eigenen Horizontes beitrügen, sagte P. Jeremias zum Ziel des AMT. Das solle dem unterschiedlichen Alter der Teilnehmer entsprechend über Workshops, Exkursionen und Gespräche gefunden werden.
Nach der Vorstellung der einzelnen Gruppen am ersten Abend und dem Kennenlernen war der zweite Tag den Workshops und Exkursionen vorbehalten. Dabei nahmen die Älteren die Jüngeren unter ihre Fittiche und unterstützten sie. Sechs Gruppenleiter hielten die einzelnen Gruppen zusammen und begleiteten sie durch die Workshops. P. Jeremias glaubt, dass die Inhalte mithilfe des eingespielten Leitungsteams intensiviert wurden: "Es muss inhaltlich etwas passieren, dass sich die Jungen nicht langweilen."
"Zu den Workshops haben wir erfahrene Leute aus Münnerstadt mit ihrem Know-how gewinnen können", freute sich P. Jeremias. Da stellte zum Beispiel ein Bio-Bauer seine Landwirtschaft vor, ein anderer erläuterte seinen konventionellen Landbau. Eine Gruppe besuchte die Polizei in Bad Neustadt. Eine weitere Gruppe arbeitete mit der Münnerstädter Künstlerin Mia Hochrein, eine andere lernte Kochen mit Katharina Gopp. Ein Biologiestudent führte an hochwertigen Mikroskopen ins Mikroskopieren ein, und eine weitere Gruppe bastelte.
Der erlebnisreiche Sonntag endete mit einer Grillparty im Hof. Höhepunkt am Pfingstmontag war der gemeinsame Gottesdienst mit der Pfarrgemeinde in der Pfarrkirche, bei dem die teilnehmenden Ministranten der Gemeinde ihre Erfahrungen aus den Workshops des AMT präsentierten und in der Gemeinschaft feierten.