"Die Eltern sind extrem froh, dass sie ihre Kinder wieder bringen können", sagt Benedikt Keßler, Vorsitzender des Trägervereins Aktion Kindergarten Ebenhausen und Oerlenbacher Gemeinderatsmitglied. Allerdings sei den Kindern die Eingewöhnungszeit schwer gefallen, nachdem sie so lange zuhause waren.

Die Eltern hätten sehr große Einschränkungen erlebt. "Viele Eltern haben ihren Jahresurlaub aufgebraucht." Deshalb beschloss das Team des Action Kindergartens auch, den Kindergarten in den Sommerferien offen zu lassen. Üblicherweise schließt der Kindergarten in den letzten drei Augustwochen. Dieses Jahr ist es anders. Eltern hätten nicht gewusst, wie sie diese Zeitspanne bewältigen sollten. Manche Kindergärten machen trotzdem zu", sagt Keßler.

Im Ebenhäuser Kindergarten habe man aber gesagt, man wolle öffnen. "Das Personal war absolut bereit dazu."

Mittlerweile kämen wieder etwa 24 Kinder in eine Gruppe. Zu Beginn der Pandemie seien die Gruppen viel kleiner gewesen. "Eine kleine Gruppe, fünf bis sieben Kinder - das hört sich ganz nett an", sagt Keßler. Aber für Kinder sei es nicht leicht gewesen, wenn ein Großteil von ihnen um 15 Uhr abgeholt werde und nur zwei Kinder bis 16.30 Uhr blieben. "Jetzt hat sich das eingependelt", sagt er.

Viele Kinder, zu wenig Räume

Der Platzmangel, der schon seit Jahren besteht, soll endlich gelöst werden: "Wir waren immer voll belegt, am Anschlag." Mit Sondergenehmigungen habe man noch ein paar mehr Kinder aufgenommen. Dennoch mussten die Mitarbeiter auch Kindern absagen, die aus Ebenhausen kommen. Das soll sich ändern, denn die Erweiterung des Gebäudes soll mehr Raum schaffen.

Am 4. Juni hätten die Bauarbeiten begonnen. "So war der Baubeginn auch terminiert." Es laufe bisher wie geplant. "Wir hatten Sorge, dass es sich durch Corona etwas nach hinten verschiebt, aber die Baufirmen haben zugesagt, die Zeiten einzuhalten."

Das Gebäude sei 1973 gebaut. "Da gab es Kinderkrippe und Ganztagsbetreuung noch nicht." Diese seien nach und nach dazugekommen und man habe Kompromisslösungen finden müssen.

"Man kann sich den Grundriss des Gebäudes wie ein Rechteck vorstellen. Links und rechts wird angebaut", sagt Keßler. Derzeit bauen Arbeiter an der Außenanlage das Fundament. "Eine Bodenplatte für die Krippe wird gegossen", sagt Keßler. Dann entstehen die Außenmauern. Die Rohbauarbeiten sollen diesen Herbst beendet sein, damit der Innenausbau ab Dezember möglich ist.

"Der Regelbetrieb liegt derzeit bei 51 Kindern. 12 Kinder sind in der Kinderkrippe." Nach der Erweiterung bietet die Krippe Platz für 24 Kinder.

Der Vorstand plant, das Altersspektrum nach unten zu erweitern. Momentan können Kinder ab zwei Jahren kommen, in der Zukunft sollen auch einjährige Kinder in die Kinderkrippe gebracht werden können.

Ziel sei es ein dreizügiger Kindergarten mit zwei Krippengruppen zu werden. Man plane damit, dass der Krippenbereich im September 2022 einsatzfähig sei. Die Eröffnung der dritten Kindergruppe sei für 2023 vorgesehen. Das Konzept für die Übergangszeit sei aber noch nicht fertig.