Bayerns Heilbäder und Kurorte bleiben eine wichtige Säule im Tourismus. Von Januar bis Juni 2016 verzeichneten sie 2,38 Millionen Gästeankünfte und damit ein Plus von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit liegen die bayerischen Heilbäder und Kurorte deutlich über dem bayerischen Durchschnitt von 5,2 Prozent. Jede vierte Übernachtung findet weiterhin in einem Heilbad oder Kurort statt.


Aktiv-Urlauber

Auch bei den Übernachtungen gab es mit 10,7 Millionen ein Plus von 4 Prozent. "Diese Zahlen zeigen, dass unsere Heilbäder und Kurorte den Urlaubsgästen viel zu bieten haben", sagte der Vorsitzende des Bayerischen Heilbäder-Verbandes Klaus Holetschek. "Wir punkten nicht nur mit unserer medizinischen Kompetenz und unseren ortsgebundenen Heilmitteln wie Sole, Moor oder einem gesunden Klima. Längst haben wir uns auch zu beliebten Reisezielen für gesundheitsbewusste Aktiv-Urlauber entwickelt."


Drastischer Rückgang der Kuren

Die bayerischen Heilbäder und Kurorte mussten seit der Gesundheitsreform in den 90er Jahren mit einem drastischen Rückgang der Kuren fertig werden. Nach Angaben der zuständigen Kurärztlichen Verwaltungsstelle Westfalen-Lippe wurden 2015 bundesweit nur mehr knapp 46 000 ambulante Vorsorgeleistungen abgerechnet. Das ist halb so viel wie im Jahr 2009 und gerade noch ein Fünftel der Zahl aus dem Jahr 2000. Mitte der 90er Jahre gab es bundesweit sogar rund 900 000 ambulante Vorsorgeleistungen.
In Bayern gibt es die gleiche Tendenz. "Wir haben im Freistaat nicht einmal mehr 20 000 Kuren, im Jahr 2000 waren es noch über 100 000", so Holetschek. "Wir haben diesen Strukturwandel gut bewältigt, weil wir immer aktiv geblieben sind und uns weiter entwickelt haben."
Beispiele dafür sind die Weiterentwicklung der Marke "Gesundes Bayern", eine Digitalisierungsoffensive, und das bayernweit erste "Bündnis für gesunde Mitarbeiter", das der Heilbäder-Verband initiierte. Aktuell widmet sich der Verband gezielten Präventionsprogrammen im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Gemeinsam mit dem Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) entsteht ein eigenes Präventionsprogramm für Pflegekräfte. red