Krebs macht keine Unterschiede. Er schaut nicht auf Geschlecht, Herkunft oder Alter. Einem Tumor ist es egal, ob die Betroffenen Familie haben oder nicht, ob sie Kinder sind oder Rentner. Und: "Die Krankheit nimmt auf die finanziellen Verhältnisse keine Rücksicht", sagt Nico Sauer, seit kurzem Vorsitzender der Max-Armbrecht-Leukämiehilfe in Bad Kissingen. Seit mehr als 20 Jahren unterstützt der Verein Patienten mit Leukämie und anderen schweren Krebserkrankungen. Er springt dann ein, wenn Menschen in verzweifelten Notlagen zusätzlich von Geldsorgen geplagt werden.

Der Verein wurde von Ulrich Armbrecht und seiner Frau Harriet ins Leben gerufen, nachdem ihr Sohn Max an Leukämie verstorben war. "Sie hatten damals Defizite in der psychosozialen Betreuung von Krebspatienten festgestellt", berichtet Sauer. Die medizinische Versorgung in Deutschland ist zwar gewährleistet, jedoch brauchen Betroffene an anderer Stelle Hilfe, um die Krankheit zu bewältigen.

Stellen Sie sich vor, Sie sind lebensbedrohlich krank und völlig allein. Krebserkrankungen werden oft in weit vom Wohnort entfernten Kliniken behandelt. Die erforderlichen Therapien sind langdauernd, nebenwirkungsreich und erfolgen zum Teil unter Isolationsbedingungen. Sauer: "All dies und der ungewisse Ausgang der Krankheit führen bei den Betroffenen zu Pessimismus, Angst und oft zu einem Gefühl der Verlassenheit". Der Verein kommt bei Bedürftigkeit für Reise- und Unterbringungskosten der Angehörigen auf, zahlt für psychotherapeutische Hilfe und fördert Selbsthilfegruppen, an die er auch Patienten vermittelt.


Kooperation mit Uniklinik

"Wir müssen schauen, dass die Patienten mit der Krankheit nicht allein sind, sonst schaffen sie es nicht", findet auch Gabriele Nelkenstock von der Würzburger Initiative Hilfe im Kampf gegen Krebs. Jede Krebserkrankung habe eine soziale Komponente, weil sie ganze Familien lähme und deren Ressourcen auffresse. Der Verein fördert deshalb Projekte wie Angehörigenwohnungen, greift Patienten finanziell unter die Arme und bezuschusst unabhängige Forschungsprojekte.

Nach der Behandlung unterstützt die Max-Armbrecht-Leukämiehilfe Patienten bei der Nachsorge. Ziel ist, ihnen die Rückkehr in den Alltag zu erleichtern. "Menschen, die den Krebs besiegt haben, brauchen oft Hilfe damit umzugehen", sagt Sauer. Therapeutische Gespräche sind etwa wichtig, wenn Betroffene durch Operationen zum Entfernen von Tumoren entstellt oder behindert sind.

Der Verein kooperiert eng mit der Uniklinik Würzburg. Sebastian Zimmer vom psychosozialen Dienst betreut junge Patienten bis 27 Jahre. Bei Bedürftigkeit stellt er den Kontakt zur Leukämiehilfe und anderen Vereinen her. "Bei manchen Familien ist das Loch so groß, das wir Stiftungen anschreiben, ob sie einen Zuschuss geben", erklärt der Sozialpädagoge. Es dauert Jahre, bis Patienten die Krankheit verwunden haben. Damit sie im Alltag, in Schule, Ausbildung und Beruf nicht benachteiligt sind, brauchen sie spezielle Beratung und Betreuung. "Wir machen immer wieder Aktionen, um sie von ihrem Alltag abzulenken", berichtet er. Die Kissinger Initiative hat beispielsweise vor kurzem betroffenen Kindern und Jugendlichen die Fahrt zu einem Zweitligaspiel der Würzburger Kickers finanziert. "Es geht letztlich um alles, was dazu dient, die Krankheit zu bewältigen", sagt Sauer.


Über die Max-Armbrecht-Leukämiehilfe

Gründung Der Verein wurde 1996 ins Leben gerufen, um Patienten mit Leukämie und anderen schweren Krebserkrankungen zu unterstützen. Derzeit hat er elf Mitglieder. Der Arzt Ulrich Armbrecht hat ihn 20 Jahre bis zu seinem Tod im Oktober 2016 geführt. Neuer Vorsitzender ist Rechtsanwalt Nico Sauer aus Garitz, für Fragen zur Leukämiehilfe erreichbar unter Tel.: 0971/ 62 070.

Unterstützung
Spenden an die Max-Armb recht-Leukämiehilfe sind möglich auf das Bankkonto mit folgender IBAN: DE96 7935 1010 0008 0288 88. Die Bankverbindung für das Spendenkonto des Vereins "Hilfe im Kampf gegen Krebs" lautet: DE46 7905 0000 0000 0686 68.