Landrat Thomas Bold hat Manfred Kutz offiziell zum Leiter des Jugendamts des Landkreises Bad Kissingen bestellt. Für Kutz ist das keine völlig neue Position: Der 50-Jährige leitet die Behörde seit Oktober 2019 in Vertretung für Siegbert Goll, der das Amt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausführen konnte und vor kurzem vorzeitig in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Kutz' Beamtenlaufbahn begann 1994. Ausgebildet wurde er am Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) in Würzburg und an der Verwaltungsschule in Wasserburg am Inn. Es folgten Stationen in Regensburg, Würzburg, Nürnberg und Bayreuth, bevor der Familienvater im September 2014 ins Landratsamt Bad Kissingen wechselte. Dort war er zunächst im Sozialamt in der Heimaufsicht tätig, bevor er im April 2016 schließlich ins Jugendamt wechselte, wo unter anderem die Kita-Aufsicht in seinen Aufgabenbereich fiel.

Kutz ist mit einer Sozialpädagogin verheiratet und hat zwei Kinder, elf und dreizehn Jahre alt. Ihm liege es besonders am Herzen, das Image des Jugendamts zu verbessern, erklärte er bei seiner Einführung. "Viele Menschen denken, wir würden Eltern ihre Kinder wegnehmen. Diese Sichtweise macht mich traurig, und ich will sie verändern." Tatsächlich habe das Jugendamt in erster Linie die Aufgabe, gute Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche zu schaffen. "Dies entspricht unseren gesetzlichen Auftrag, dem ich mich verpflichtet und wofür ich mich berufen fühle", so Kutz.

Es habe oberste Priorität, Kinder und Jugendliche vor Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung zu schützen. "Deshalb ist unser erster Anhaltspunkt, die Eltern oder Personensorgeberechtigten durch verschiedene Hilfsangebote in ihrer Erziehungsarbeit zu unterstützen." Zudem ermutige geschultes Personal in Kitas, der Tagespflege und der Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) die Minderjährigen, sich etwas zuzutrauen und nach kreativen Lösungen zu suchen. "Denn Kinder müssen die Chance haben herauszufinden, was in ihnen steckt."