Wie viele Betten und Matratzen der 7,5-Tonner in seinem Lkw-Leben bereits transportiert hat, steht in den Sternen. Bei knapp einer Million Kilometer auf dem Tacho werden es wohl Tausende gewesen sein. Auch auf seiner letzten Fahrt in Deutschland wird der Mercedes Möbel geladen haben. Das sind dann allerdings Hilfsgüter für Bedürftige in Rumänien. Und dann wird der Lkw quasi sein zweites Leben beginnen: Im Dienste von Kolping in Rumänien.

Obwohl Otto Kiesel im Oktober bereits zum 46. Mal nach Rumänien fährt, ist es nie Routine geworden. Und auch diesmal werden er, Michaela Bieber, Jürgen Eckert und Burkard Schodorf ein Novum erleben. Einer der beiden Lkw, mit denen sie nach Siebenbürgen fahren, wird dort bleiben. Kurt Dräger vom Matratzenland in Niederlauer hat den Lkw verschenkt.

Neu ist der 7,5-Tonner für die Kolpingfahrer nicht: Schon zwei Mal hat Kurt Dräger den Helfern einen Lkw für den Transport zur Verfügung gestellt, vor zwei Jahren genau den, der jetzt für immer in Rumänien bleibt. Über seine zweite Firma, DK-Reisen, hat Kurt Dräger seit vielen Jahren Verbindung zur Kolpingfamilie Münnerstadt.

Lkw ist 17 Jahre alt


Der Lkw müsste bald zur Hauptuntersuchung und da würde er bei den strengen Auflagen in Deutschland wohl durchfallen. "Die Reparatur lohnt sich bei dem 17 Jahre alten Fahrzeug einfach nicht mehr", sagt Kurt Dräger. Trotzdem: "Er wird ganz sicher noch viele, viele Kilometer fahren." Davon sind auch die Rumänienfahrer überzeugt, die ihn jetzt vorübergehend in Besitz nehmen.

Otto Kiesel, der in all den Jahren seiner Fahrten in die ehemaligen Ostblockländer (früher war Polen sein Ziel) so einiges an bürokratischen Wahnsinn erlebt hat, geht auf Nummer sicher: Er hat vorab alles abgeklärt. Kurt Dräger wird ihm eine Schenkungsurkunde mitgeben. In Rumänien geht er mit einer Dolmetscherin auf die Zulassungsstelle, die deutschen Kennzeichen kommen ab, die rumänischen dran. Die deutschen Nummernschilder bringt er wieder mit, damit der Lkw in Bad Neustadt ordnungsgemäß abgemeldet werden kann. Fortan ist die Kolpingfamilie Cristuru Besitzer des 7,5-Tonners.

Geschenk ist mit Kosten verbunden


Natürlich freuen sich die Helfer über das Geschenk, das sie weitergeben dürfen, aber das Ganze ist auch noch mit Kosten verbunden. Für den Diesel, die Maut und die Zulassung werden etwa 600 Euro fällig. Deshalb bitten die Kolpingbrüder und -schwestern um Spenden.

Am 16. Oktober werden sich die vier auf den Weg nach Rumänien machen. In einem 40-Tonner werden wieder "Süße Päckchen" im Auftrag der Kolping-Stiftung Würzburg nach Rumänien gebracht. Dabei sein wird auch der 7,5-Tonner. Auf ihm sollen gut erhaltene Möbel nach Rumänien gebracht werden.

Geldspende: Rund 600 Euro kostet die Überführung des Lkw nach Rumänien. Dafür werden Spenden dringend gebraucht. Das Geld kann bei der Sparkasse Bad Kissingen, Bankleitzahl 79351010, Konto 705608 eingezahlt werden. Stichwort: Rumänienhilfe oder Süße Päckchen.

Sachspende: Wer gut erhaltene Möbel spenden will, kann sich an Otto Kiesel wenden. Er ist erreichbar unter Telefon 09733/ 9608.

Süße Päckchen: In der gesamten Diözese Würzburg werden wieder "Süße Überraschungen" gesammelt.. An die 15.000 Päckchen kommen jedes Jahr zusammen. Die Tüten sollten möglichst den gleichen Inhalt haben, beispielsweise acht verschiedene Schokoriegel (Nuss, Mandel, usw.), zwei Haselnussschnitten, eine Kinderschokolade. Abgegeben werden können die Päckchen bei den einzelnen Kolpingfamilien. Der Zeitpunkt wird noch bekannt gegeben. tm