Der 80. Geburtstag, den er am Dienstag, 8.Februar, feiert, sei für Günter Metz ein Meilenstein, um auf sein bewegtes Leben und umfangreiches künstlerisches Schaffen zurückzublicken. Auf über 220 Seiten zeigt das reich bebilderte Werk einen Querschnitt seiner Werke.

Die Liebe zum Holz wurde Günter Metz in die Wiege gelegt. Sein Urgroßvater und Großvater waren Schreiner in Langenleiten. Schon als Bub liebte er den Geruch des frisch bearbeiteten Holzes in der Werkstatt seines Großvaters. Aus Abfallholz, Leim und Nägeln schuf er kleine Kunstwerke. Der Großvater indes verstarb zu früh, die Schreinerei wurde verkauft, und für Günter Metz ging das Paradies seiner frühen Kindheit verloren. Über seinen Volksschullehrer kam er mit der Bischofsheimer Holzbildhauerschule in Kontakt. Hier war er wieder, dieser Geruch von frisch bearbeitetem Holz.

Von Bischofsheim nach München

Das Gestalten mit diesem Werkstoff, die Faszination, aus einem Holzklotz ein Objekt zu schaffen, packte Günter Metz. Nach der Volksschulzeit meldete er sich sofort in Bischofsheim in der Holzschnitzschule an. Das war im September 1956. 15 Kilometer galt es täglich bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad zurückzulegen. Während der Wintermonate blieb er in der Schule. Nach drei Jahren Ausbildung legte er die Gesellenprüfung mit der Note "sehr gut" ab. Sein weiterer Weg führte ihn nach München, dort arbeitete er in einer großen Bildhauerei.

Doch nicht lange - und der Wunsch, zurück in die Heimat zu gehen und sich als Holzbildhauer selbstständig zu arbeiten, reifte in Metz. Zudem vermisste er seine Freundin Anni. Um als Holzbildhauer eine eigene Werkstatt betreiben zu können, musste er die Meisterprüfung ablegen. Mit 21 Jahren war Günter Metz jedoch noch viel zu jung, erst ab 24 konnte damals die Meisterprüfung abgelegt werden. Von der Regierung von Unterfranken bekam der junge aufstrebende Künstler eine Sondergenehmigung. 1965 hielt er den Meisterbrief in der Hand. Ein Jahr später heiratete das junge Paar, zwei Kinder, Klaus und Petra wurden ihnen geschenkt.

Frühere Werke bei Recherche aufgesucht

In den Anfangsjahren hat Günter Metz seine Werke fotografisch nicht festgehalten. Im Zuge seiner Recherchen für das Buch suchte er so manches seiner früheren Werke auf und musste feststellen: "Heute würde ich es auch nicht anders machen. Vielleicht das Motiv etwas variieren, aber an der Qualität kann ich nichts aussetzen." Viele schöne und große Aufträge habe er im Laufe der Jahrzehnte als Holzbildhauer bekommen. Seine Figuren finden sich in vielen Kirchen in den Bistümern Fulda, Mainz, Paderborn und Würzburg, Aufträge aus Österreich und der Schweiz erhielt er. Aber nicht nur Kirchen stattete Metz aus, auch Kreuzwege schuf er und Bronzearbeiten. Doch seine große Passion gilt der Krippe. Seine Figuren sind mittlerweile begehrte Sammlerstücke. Seine Rhöner Weihnachtskrippe ist sein Markenzeichen.

Zur Seite steht ihm im Leben und in der Werkstatt seine Frau Anni, die seit 1990 als Vergolderin und Fassmalerin einen Großteil seiner Werke durch ihre Bemalung und Fassung veredelt. "Wir sind eine Symbiose, wie es besser nicht sein könnte."

Jäger und Musikant

Günter Metz widmete sich nicht nur der Kunst. Seine große Leidenschaft war die Jagd. 46 Jahre hatte er das Jagdrevier Langenleiten gepachtet. Bekannt ist Günter Metz heute noch als aktiver Musikant. Er gründete in den 1970er Jahren das "Feuerberg-Quintett". Er selbst spielt täglich Akkordeon. "Für mich bedeutet Musik Lebensfreude, den Geist wachzuhalten und die Fingerfertigkeit zu bewahren." Politisch engagierte sich Metz von 1972 bis 1990 als Gemeinderat. Kommandant der Langenleitner Feuerwehr war er von 1969 bis 1979, von 1980 bis 1994 fungierte er als Schriftführer der Feuerwehr. Von 1994 bis 2012 gehörte Metz der Kirchenverwaltung Langenleiten an, davon zehn Jahre als stellvertretender Kirchenverwaltungsvorstand. "Beruflich habe ich erreicht, was ich als Bildhauer erreichen kann", blickt Metz dankbar zurück. "Der Beruf ist meine Leidenschaft und große Freude." Er steht nach wie vor täglich in der Werkstatt. Gerade erst hat er einen großen Auftrag abgewickelt: der "Viehhandel", eine Bronzearbeit für den Marktplatz in Euerdorf. Sein Buch möchte er interessierten Freuden und Bekannten schenken. Gerne darf bei ihm angefragt werden.