Der Hirschfelder Traktor-Fan René Seufert hat seinen Oldtimer mittlerweile verkauft und will sich dafür ein größeres Modell anschaffen. Für die Abschiedstour geht es gemeinsam mit etwa 20 Kollegen von den Schlepperfreunden Mainfranken zum Mitgenfelder Dorffest. Der Ortsansässige Richard Baus, ebenfalls bei den Schlepperfreunden aktiv, habe sie eingeladen. "Es ist die letzte Tour mit diesem Bulldog", sagt René Seufert.
Rund 70 Kilometer ist der 35-Jährige dafür mit seinem Fender und seinem Wohnanhänger aus dem Raum Schweinfurt angereist. "Inklusive einer halben Stunde Pause haben wir knapp vier Stunden gebraucht", meint er mit einem Blick auf die Uhr. Sein Gefährt hat er mittlerweile auf der Wiese hinter dem Säffe-Hof abgestellt, kramt aus dem Wohnanhänger einen Liegestuhl hervor und macht es sich gemütlich: "Das ist jetzt Zeit für dich, Zeit zum Abschalten".
Die Ausflüge mit den Schlepperfreunden seien für ihn wie Campingurlaube. Je nachdem, wie weit die Strecke ist, nimmt er dann auch gerne seinen dreijährigen Sohn mit. "Der fährt auch begeistert Traktor", erzählt der junge Vater. Sogar so gerne, dass Papa Rene schon einmal für die 500 Meter zur heimischen Eisdiele den Bulldog aus der Scheune holt. "Heute ist er aber nicht dabei. Er kommt morgen mit der Mama nach."

Theater kommt gut an


Ein paar Schritte entfernt vom Säffe-Hof herrscht großer Andrang vor der Kaffeebar. Auch der Bereich im Festzelt und drum herum ist gut besucht. Die Kinder haben ihren Spaß auf der Hüpfburg, die Erwachsenen zieht es eher zu Bier und Bratwurst oder Kaffee und Kuchen. Immer wieder sehen die Festgäste das gut besuchte Traktor-Taxi von Richard Baus auf dem Weg zur Urbuche vorbei fahren.
Am anderen Dorfende lädt der Schlehen-Hof die Kinder zum Ponyreiten und Bogenschießen ein. Das lässt sich die achtjährige Lucienne Stahl aus Unterleichtersbach nicht zweimal sagen. Während Opa Emanuel und Oma Waltraud Mack ihr zuschauen, probiert Lucienne die drei Ponys aus. "Bitte, nur noch einen Ritt", sagt sie mit großen Augen. "Also gut." Während Oma Waltraud bereits ein paar Meter weiterschlendert, darf Lucienne noch eine Runde auf einem Pony drehen.
Am Schlehen-Hof sind bereits die Lacher aus Richtung Dorftheater zu hören. In der randvollen Scheune des Heppe-Hofs sorgt die Theatertruppe bei der Premierenvorstellung der Komödie "Das Dorffest" für gute Laune. Dass die Dorfvorderen in dem Stück dem bayerischen Ministerpräsidenten erklären, der Name Mitgenfeld stamme von Schondraer Indianern und seefahrenden, Kartoffeln anbauenden Rittern, kam gut an.
Vor jeder der vier Aufführungen wird außerdem ein Film über Mitgenfeld von 1986 gezeigt", erzählt Klaus Jörg, der seine Scheune für die Theater- und Filmvorführungen bereitgestellt hat. Weil er die Rinderzucht nur als Hobby betreibt, sei die Scheune ideal dafür geeignet. So habe er außerdem viel von den Proben mitbekommen. "Die Gruppe spielt sich richtig hinein. Das wird jedes Mal besser", urteilt er.
Der Rundgang durch Mitgenfeld endet im Dorfmuseum, wo einzelne Stationen der Dorfgeschichte dokumentiert und anschaulich gestaltet wurden. Auch hier gab es musikalische Unterhaltung. Die Rhöner "Spräublöaser" gaben ihre urige Musik zum Besten. Wie lange sie spielen? "Bis Dienstag um sieben Uhr müssen wir wieder daheim sein", grinst WolfgangMarkart. Gut, dass sie den ganzen Pfingstmontag Zeit hatten.