Dem Namen des übergeordneten Landesverbandes "Verband für Gartenbau und Landespflege" gemäß hat sich der OGV Münnerstadt zur Aufgabe gemacht, im stadtnahen Bereich von Zeit zu Zeit Landschaftspflege zu betreiben. So war jetzt auf Anregung und unter der Regie der OGV-Vorsitzenden Luise Meyer-Bieber eine Arbeitsgruppe an der Bals-Ruhe zu Werke, um nach sieben Jahren wieder einmal eine Entbuschung vorzunehmen.
Diese Maßnahme ist gelegentlich nötig, damit der Blick zur historischen Altstadt freigehalten wird, sagte der Ehrenvorsitzende des OGV, Karl Beudert, der sich diesmal aus gesundheitlichen Gründen nicht aktiv betätigen konnte. Dennoch begleite er die Aktion voller Interesse, meinte er. Als Ehrenvorsitzender wolle er sich jedoch mit einer Brotzeit für die Landschafts -Pfleger etwas nützlich machen.

Die Pflegemaßnahme rings um den Erinnerungsstein und die Ruhebank, sei nötig geworden, um das in sieben Jahren meterhoch gewachsene Buschwerk wieder einmal zu kappen, betonte auch Luise Meyer-Bieber, die sich als einzige Frau im Steilhang abmühte. Sie sammelte das Schnittgut und schleifte das Material zu Tal. Dafür hatte der städtische Bauhof dankenswerterweise einen Container zur Verfügung gestellt und Mitarbeiter der Einrichtung entsorgten am Nachmittag das Schnittgut.

Spezielles Gerät zur Landschaftspflege

Ausgeführt wurde die Entbuschung von dem OGV-Vorstandsmitglied Paul Schmitt (Münnerstadt) und Hubert Rink. Schmitt arbeitete mit einem von ihm entwickelten Landschaftspflege-Gerät. Diese Eigenentwicklung, eine Motor-Säge/ -Sense ist ein spezielles Werkzeug für die moderne Landschafts- und Kulturpflege, das auch gern für Arbeiten in Christbaum-Kulturen und Energie-Wäldern benutzt wird. Mit dem Gerät kann in aufrechter Körperhaltung und gefahrlos gearbeitet werden. Mit der Säge können problemlos Bäume bis zu einem Durchmesser von 10 Zentimetern gefällt werden. Der besondere Vorteil gegenüber herkömmlichen Werkzeugen dieser Gattung ist, dass mit Hilfe einer Schutzvorrichtung um das Sägeblatt beim Sägen Nachbarbäume nicht verwundet werden, betont Paul Schmitt.

Ein Ort mit Geschichte

Die Bals-Ruhe, ein stadtnaher Aussichts- und Ruheplatz im Steilhang oberhalb der vorderen Freiherr-von-Lutz-Straße, zu dem ein Pfad hinaufführt, wurde zu Ehren des ehemaligen Münnerstädter Malers und Kunstlehrers am Humanistischen Gymnasium, Ignaz Bals, errichtet. Dieser suchte die einsame Warte und andere erhöhte Plätze rund um Münnerstadt öfters auf, um besondere Motive der Altstadt in verschiedenen Stimmungen zu malen. Ignaz Bals lebte in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg als Zeichen-Lehrer in Münnerstadt. Als angesehener "Professor", so nannte man damals die Gymnasial-Lehrer in Münnerstadt ehrfuchtsvoll, engagierte er sich außerhalb seines Schulbetriebes und neben der privaten Malerei auch im gesellschaftlichen Bereich der Stadt, wodurch er hohes Ansehen genoss. So widmete man dem angesehenen Bürger nach seinem Tod, der im Münnerstädter Friedhof beigesetzt ist, ein steinernes Denkmal in luftiger Höhe jenseits der Bahnlinie mit der Aufschrift "Künstler Ignaz Bals Ruh".

Damit die Idylle nicht in Vergessenheit gerät, unter anderem auch, weil hochwachsendes Klein-Gehölz den Blick über die Altstadt immer wieder verstellt, kümmert sich der OGV um den Aussichtspunkt und führt dort im Abstand von einigen Jahren eine Landschaftspflege durch, so Karl Beudert.

mbh/hub