Geht es nach dem Landkreis Bad Kissingen, entsteht in wenigen Jahren - vermutlich in Hammelburg - eine Fach- und Berufsoberschule (FOS/BOS). Ein Vorstoß der CSU-Fraktion ist beim Kulturausschuss des Kreistags auf offene Türen und fast begeisterte Zustimmung gestoßen. Landrat Thomas Bold (CSU) sprach von einem Thema, das "seit geraumer Zeit immer mal wabert."

Für die CSU sagte deren Sprecher Siegfried Erhard, seine Fraktion wolle mit ihrem Vorstoß ein Zeichen setzen und das schulische Angebot im Kreis ergänzen. Nach seinen Angaben besuchen 410 junge Menschen aus dem Raum Bad Kissingen die FOS/BOS in Schweinfurt, Bad Neustadt und Würzburg. Die CSU sei der Ansicht, die neue FOS/BOS sollte in Hammelburg angesiedelt werden. Negative Auswirkungen auf Realschulen und Gymnasien seien durch sie nicht zu erwarten.


Hammelburg als Favorit



Bold sagte, frühere Vorstöße in dieses Richtung, zuletzt 2008, seien nicht erfolgreich gewesen. Von der Lage böte sich, so auch das Ministerium, Hammelburg an. Das Einzugsgebiet würde dann Karlstadt, Gemünden und Arnstein umfassen. Eine FOS/ BOS - "dieses Angebot fehlt uns noch - in Hammelburg, so Bold, wäre auch eine Ausgleichsmaßnahme für den Truppenabbau.

Für die SPD sagte Wolfgang Görner, seine Fraktion unterstütze den CSU-Vorstoß "aus ganzem Herzen". Eugen Albert (FW) schloss sich an. Er gab aber zu bedenken, dass der Standort Hammelburg für die Bereiche Münnerstadt und Maßbach ungünstig liege. Auch sei zu überlegen, ob auf Dauer überhaupt tBedarf gegeben sei. Auch Jürgen Pfister (PWG) unterstützt den Vorschlag. Er regte eine bessere Anbindung des Bad Brückenauer Raums über den öffentlichen Nachverkehr an.


Alternative in Wildflecken?



Walter Gutmann (CSU) brachte als alternativen Standort Wildflecken ins Gespräch. Dort stünden geeignete Gebäude leer. Einstimmig ist an die Verwaltung der Auftrag gegangen, eine Bewerbung für eine FOS/BOS an Bayerns Ministerium für Unterricht und Kultus zu richten. Ebenfalls einstimmig hat der Kulturausschuss den Teiletat für seinen Bereich akzeptiert. 2012 werden Einnahmen von 4,67 Millionen Euro (Vorjahr: 3,74 Millionen Euro) Ausgaben von 13,56 Millionen Euro (11,94 Millionen Euro) gegenüber. Alleine für den Aus- und Umbau des Bad Kissinger Jack-Steinberger-Gymnasiums sind drei Millionen Euro plus Ausgabereste aus 2011 eingestellt. An staatlichen Zuschüssen dafür werden 700.000 Euro erwartet.

Die Arbeiten an diesem 18-Millionen-Projekt schreiten zügig voran. Wie Bold sagte, sollen nach Abitur und Pfingstferien die Arbeiten am zentralen Bereich A beginnen. Der neue Trakt C soll Ende April fertig sein. Dort wird unter anderem die Verwaltung unterkommen.


Preise haben angezogen



Wie Baufachmann Martin Schneider sagte, sind bislang Arbeiten im Gesamtvolumen von rund 11,9 Millionen Euro vergeben worden. Am Donnerstag kamen weitere 764.000 Euro hinzu. Erwartet hatte man nur 696.000 Euro. Vier Lose waren EU-weit ausgeschrieben worden. 30 Angebote wurden angefordert, 25 abgegeben. Vor allem Anbieter aus dem Raum Bad Kissingen kamen zum Zug. Bold stellte fest, dass die Preise in Teilbereichen angezogen habe. ed