Zu viele Fälle, zu wenig Zeit, zu viel Papier - das ist der Alltag des Jugendamtes. 223 Seiten dick ist der aktuelle Jahres- und Geschäftsbericht des Jugendhilfeausschusses. Bei der Sitzung am vergangenen Montag standen die Ausgaben und Einnahmen sowie die Jugendsozialarbeit an den Schulen im Landkreis Bad Kissingen im Vordergrund.

Insgesamt belaufen sich die Einnahmen des Jugendamtes aus dem vergangenen Jahr auf rund 3,8 Millionen, die Ausgaben auf rund zehn Millionen Euro. Den größten Teil der sogenannten kostenintensiven Hilfen nehmen Vollzeitpflege und Heimerziehung mit jeweils 23,4 und 24,3 Prozent der Gesamtkosten ein. Eine gravierende Steigerung bei den Ausgaben ergebe sich durch die Betreuung minderjähriger unbegleiteter Flüchtlinge. Für Heimerziehung wurden hier 1,7 Millionen Euro ausgegeben.

"Die Einnahmen in der Jugendhilfe sind allgemein recht spärlich", erklärt Jugendamtsleiter Siegbert Goll. "Teilweise können die Kosten über Freizeitangebote oder staatliche Förderungen wieder reingeholt werden." Die Jugendhilfe unterscheidet zwischen der Betreuung von Gruppen oder Einzelfällen. Bei letzteren stellen stationäre Hilfen, wie Heimpflege oder betreutes Wohnen, mit rund drei Millionen Euro die größte Einnahmequelle dar. "In manchen Fällen bekommen wir nämlich erst spät einen Fuß in die Tür, sodass mit ambulanten Hilfen nur noch wenig zu bewerkstelligen ist", sagt Goll.