Als Mitte März Bayern wegen des Corona-Virus seine Schulen schloss und auch das öffentliche Leben nahezu zum Stillstand kam, ist der öffentliche Busverkehr weitgehend zusammengebrochen. Der Landkreis hatte daraufhin auf Ferienbetrieb umgestellt, und deutlich weniger Fahrgäste nutzten noch dieses Verkehrsmittel. Jetzt langsam läuft der Nahverkehr wieder an. Seit gut eineinhalb Wochen gibt es im Landkreis wieder den regulären Linienbetrieb, und auch die Fahrgastzahlen steigen wieder.

Die Zahlen bessern sich langsam. Das liegt daran, dass der Schulbetrieb in Etappen anläuft.Hochbetrieb herrscht aber noch lange nicht. "Zur Rush Hour sind die Busse ein Drittel gefüllt", schätzt der Nahverkehrsbeauftragte des Landkreises, Michael Schäder. Das gibt den Verantwortlichen die nötige Luft zum Planen, wie der Schulbusverkehr auch in diesen komplizierten Zeiten möglichst reibungslos laufen kann.

Enge Absprachen nötig

Weil Linienbusse als Schulbusse fungieren, muss versucht werden, dass Nahverkehr und Stundenpläne der Schulen möglichst gut miteinander korrespondieren. Das wird aber immer komplizierter je mehr Schüler wieder zur Schule gehen können. Weil es in den Schulen strenge Abstandsregelungen gibt, wird vielerorts der Unterricht im Schichtwechsel geplant. Der passt dann aber nicht unbedingt zum Fahrplan der Busse. Hier seien enge Abstimmungen mit den Schulleitungen nötig, betont Landrat Thomas Bold in einem Gespräch mit dieser Zeitung. Denn es ist nicht vorgesehen, dass die Zahl der durchgeführten Busfahrten erhöht wird. Das ist für den Landrat nicht nur eine Frage der Kosten, sondern auch eine der Kapazitäten. Es bräuchte dazu mehr Busse und mehr Busfahrer. Aber man ist überzeugt, dass sich dafür Lösungen finden werden.

Grundregel beachten

Schwierig wird es mit den Abstandsregelungen, wenn wieder mehr Schüler die Busse nutzen. Realistisch gesehen werde man die Abstände im Bus auf Dauer nicht einhalten können, bestätigt Thomas Bold auf Anfrage. Das Abstandhalten im Bus ist zwar geboten, solange es genug Platzauswahl gibt, doch wenn mehr Fahrgäste kommen, dürfen die vorhandenen Kapazitäten ausgeschöpft werden. Von Seiten des Landratsamtes wird auf die Pflicht hingewiesen, im Bus eine Mund- und Nasen-Maske zu tragen.

Thomas Bold glaubt, dass damit ein ausreichender Schutz erreicht sei, auch wenn man im Bus nebeneinander sitzt oder steht.Entscheidend sei, so der Landrat, dass diese Grundregel des Hygieneschutzes eingehalten wird.

Desinfektionsmittel-Spender, wie sie Busunternehmer in manchen Bussen installieren, seien keine Pflicht im Landkreis, so Jürgen Metz (Stabstelle Kreisangelegenheiten). Man sieht darin keine Notwendigkeit.

Eigenverantwortlich handeln

Die Maskenpflicht gilt auch in geschlossenen Busunterstellhallen und an Haltestellen im Freien, wo für die Wartenden nicht ausreichend Platz ist, um den geforderten Abstand von 1,50 Metern einzuhalten. Im Normalfall sei das an Bushaltestellen im ländlichen Raum kein Problem, meint Thomas Bold. Am Berliner Platz in Bad Kissingen könne es aber zu Stoßzeiten schon mal eng werden, weiß er aus Erfahrung. Jürgen Metz geht allerdings davon aus, dass es bis dahin noch ein Weilchen hin ist. Im übrigen vertraut man auf die Eigenverantwortlichkeit der Fahrgäste.

Christian Wolf von GWK-Busreisen hat auf der von seiner Firma betreuten Linie bislang positive Erfahrungen mit der Einhaltung der Regeln gemacht, erklärt er auf Anfrage "Die Disziplin ist da. Die Fahrgäste verhalten sich vorbildlich."

Lösung für Fahrkartenverkauf

Noch nicht gelöst ist, wie der Fahrkartenverkauf wieder in vollem Umfang gewährleistet werden kann. Zum Schutz des Fahrers müssen die Fahrgäste in vielen Bussen hinten einsteigen. Erste Busunternehmen träfen bereits Vorkehrungen für die Fahrer, damit der Fahrkartenverkauf wieder läuft, erläutert Michael Schäder. Christian Wolf erklärt dazu, dass es in seinen Bussen einen Fahrerschutz gibt und deshalb Fahrkarten verkauft werden.

Michael Schäder erreichen jedoch Anfragen von beunruhigten Fahrgästen, die auf mancher Strecke keine Karte lösen konnten. Momentan werde in solchen Fällen das Fahren ohne Fahrschein geduldet, erklärt Michael Schäder. Es werde an Lösungen gearbeitet, dass der Fahrkartenverkauf generell möglich ist, zum Beispiel auch über eine App oder über Automaten.