Ohne Strom funktioniert unser modernes Leben nicht: Technische Geräte laufen nicht, die Glühbirne bleibt dunkel und eine Vielzahl alltäglicher Arbeiten sind nicht möglich. Unter dem Eindruck der Reaktorkatastrophe in Fukushima hat die Bundesregierung 2011 eine energiepolitische Kehrtwende vollzogen: Weg von der Kernkraft, hin zu erneuerbaren Energien. Dafür gibt es in der Bevölkerung einen riesigen Zuspruch von 89 Prozent wie die jährliche Studie der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) zuletzt im Oktober 2019 zeigte.

Energiewende mit Folgen

Aber die Energiewende hat Folgen: "Das Netz ist für diese Herausforderung nicht gerüstet", sagt Axel Puttkammer, Projektleiter für die P43 bei Tennet. Energie aus Windkraft oder Photovoltaik bringt Schwankungen bei der Stromerzeugung mit sich, abhängig davon, ob die Sonne scheint oder der Wind weht. Durch den Ausstieg aus der Kernenergie und der Kohle seien konstante Energielieferanten zurückgegangen. Der Schwerpunkt der Ökostromerzeugung liege in Nord- und Ostdeutschland. Es bestehe ein erheblicher Importbedarf nach Süddeutschland.

Verlauf der geplanten Stromtrasse

Tennet plant deshalb eine Wechselstromtrasse, die "Fulda-Main-Leitung" (P43). Sie soll von Mecklar (Hessen) über Dipperz (Hessen) nach Bergrheinfeld im Landkreis Schweinfurt verlaufen. Ein Großprojekt, das Folgen für Mensch und Umwelt hat.