Dabei sieht Schlereth eine konkrete Gefahr: "Wir liegen auf der direkten Luftlinie", verweist er auf die 131 Kilometer lange Strecke zwischen dem hessischen Mecklar und dem unterfränkischen Bergrheinfeld. Die Übertragungsnetzbetreiber hätten bei der Gemeinde bereits Unterlagen zur Bauleitplanung angefordert. Aber: "Die sollen uns vorher erst genau sagen, was sie machen wollen, vorher liefern wir ihnen keine Munition", hat Schlereth vorerst die Weitergabe verweigert.

Als sehr hoch erachtet auch der Burkardrother Bürgermeister Waldemar Bug (ödp) die Gefahr einer zusätzlichen Trasse: "Wir haben ja schon die Leitung bei Waldfenster, Zahlbach und Frauenroth", verweist er auf das Bündelungsgebot für Stromtrassen. Bug lehnt neue Leitungen kategorisch ab: "Wir sind der Meinung, dass wir Südlink nicht brauchen, und wenn wir Südlink nicht brauchen, brauchen wir auch die P 43 nicht", verweist er auf das Programm der ödp, die stattdessen auf dezentrale Energieerzeugung und die Umwandlung von Strom in Wasserstoff oder Methan setzt. "Wir haben in Deutschland ein hervorragendes Gas-Netz", betont Bug. Zudem könne Energie als Gas viel besser gespeichert werden.

Was passiert nun mit den Unterschriften gegen die Pläne der "Taskforce Netzausbau Bayern" des Bayerischen Wirtschaftsministeriums? Das Landratsamt leitet sie an Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger weiter. Der hatte im Juni mit dem Bund und anderen Bundesländern die P 44 von Schalkau in Thüringen durch Oberfranken nach Grafenrheinfeld gekippt, aber dafür die P 43 gefordert. CSU-Landrat Thomas Bold bezeichnete den Landkreis Bad Kissingen daraufhin als "Opfer des Kompromisses". Der Landkreis hatte vor allem auf die bestehende Trasse von Dipperz nach Urberach, die sogenannte P 43 mod, gehofft. Bold geht davon aus, dass die P 43 weitgehend als Freileitung gebaut wird.