Ehrenamtliche Helfer stellen jedes Jahr im Landkreis rund 3000 Meter Krötenzaun auf und retten so Tausende von Amphibien vor dem Tod auf der Straße. Auch in Weißenbach dreht sich für ein paar Wochen im Frühjahr bei Werner Schaidt alles um Kröten, Frösche und Molche. Er betreut insgesamt 300 Meter Amphibienzaun entlang der Straße nach Modlos. "Eigentlich war es dieses Jahr viel zu trocken, doch irgendwann laufen die Amphibien trotzdem. Allein in einer Nacht habe ich 386 Kröten über die Straße gebracht."
Die Amphibien stoßen auf dem Weg aus den Wäldern zu ihren Laichplatz im Weissenbacher See vor der Straße auf den Zaun, laufen diesen entlang bis sie in die am Boden eingelassenen Eimer fallen. Diese werden ein bis zwei Mal am Abend kontrolliert und über die Straße gebracht. Dabei werden die Tiere auch gezählt. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Amphibien bei den Laichwanderungen von vorher 300 sprungartig auf 1500 angestiegen. Dieses Jahr waren es genau 1461.
"Wir können immer nur reagieren," erklärt der Bund Naturschutz-Kreisvorsitzende Ulf Zeidler, "denn die Wanderwege der Amphibien können sich auch verändern, zum Beispiel durch eine Rodung im Wald oder verlandete Waldteiche. Dann müssen wir den Zaun im kommenden Jahr etwas länger machen oder in die eine oder andere Richtung verschieben."
Weißenbach ist gut ausgestattet für den Amphibienschutz. Die zwei Seen im Ort werden seit der Straßenerneuerung 2010 durch feste Leitsysteme am Straßenrand und Krötentunnel verbunden. "Das wird gut von den Tieren angenommen", erklärt Schaidt. Einer der Seen wurde dieses Jahr auch ausgebaggert, um eine Verlandung zu verhindern und damit als Lebensraum für Amphibien zu sichern.
Arbeit machen die mobilen Krötenzäune, die entlang der Straße nach Modlos aufgestellt werden. Seit zwölf Jahren wird der Zaun von Schaidt und seinen Helfer betreut. Im Schnitt fünf Tierschützer stehen für den Auf- und Abbau parat.
Die Amphibienwanderung hängt von der Nacht-Temperatur ab. Sind sie drei Nächte über 7 Grad Celsius laufen die Tiere los. Regnet es noch dazu, verkürzt sich die Dauer. Für heuer ist die Wanderung abgeschlossen. Mit Warnwesten ausgerüstet wird jetzt der Zaun abgebaut. Autos und Lkw rauschen an den Helfern am Straßenrand vorbei. Äußerste Konzentration bei der Arbeit ist wichtig, damit kein Unfall passiert. "Der Schutz der Krötensammler ist uns natürlich noch wichtiger", appelliert Zeidler an die Umsicht der Helfer und der Autofahrer.
Engagement für die Natur gibt Anerkennung und macht Spass. Das merkt man, wenn Schaidt von seinen Einsätzen berichtet. "Ich muss jedes Jahr für mein Kröten-Arbeit beim Fasching herhalten. Was habe ich mir da schon alles anhören müssen. Dafür habe ich die verkleideten Lurche auch schon durch den Krötentunnel geschickt. Das war eine Mordsgaudi", schmunzelt er und freut sich, dass es dieses Jahr wieder so gut geklappt hat.
Zeidler ist froh über das Engagement der freiwilligen Helfer: Neben Schaidt sind mehr als 50 Ehrenamtlichen jedes Jahr im Einsatz.