Der demographische Wandel in den Landgemeinden macht Dekan Oliver Bruckmann Sorgen. Doch insgesamt zeigte er sich im evangelischen Gemeindehaus in Poppenlauer zum Abschied seiner einwöchigen Visitationsreise durch acht Kirchengemeinden (KG) im Lauertal und Zeller Grund beeindruckt von der guten Arbeit, die seiner Meinung nach dort geleistet wird.

In Anwesenheit von Pfarrerin Valerie Ebert-Schewe von Zell und Pfarrer Wolfgang Weich von Poppenlauer sagte er, er habe liebenswerte Gemeinden gesehen mit langer Tradition, die gut miteinander kooperieren. Das sind die Gemeinden Maßbach, Poppenlauer, Rothhausen, Thundorf und Volkershausen im Lauertal mit einem Pfarramt und zwei Pfarrstellen und Zell, Weipoltshausen und Madenhausen im Zeller Grund mit einer Pfarrstelle.
Lebenswichtig sei heute eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen politischen und kirchlichen Gemeinden, stellte Brückmann fest. Die Kirchengemeinden würden heute heute ähnliche Sorgen wie die Kommunen drücken, was man momentan bei der Schaffung von Kita-und Krippenplätzen deutlich sehe.
Zum derzeitigen Mitgliederschwund in den Lauertal-Gemeinden stellte er fest, dass sie von 2750 Mitgliedern im Jahr 2001 auf 2330 im Jahr 2013 zurückgegangen sind. Das sind etwa ein Drittel Austritte, ein Dritel Wegzüge, während ein weiteres Drittel der demographischen Entwicklung geschuldet sei. Dies zeige die Erfahrung im Dekanat, meinte Brückmann. Diese derzeitige Situation der evangelisch lutherischen Gemeinden bereite ihm einiges Kopfzerbrechen, bekannte der Theologe. "Wie kann man da alt werden, wenn alle Nachbarn auch schon alt sind?", fragt er sich. Deshalb sei es wichtig, dass die Diakonie gestärkt werde. "Betreutes Wohnen zuhause" ist ein Konzept.

Modell für das Alter

Das neue Modell im Dekanat Schweinfurt ist eine dezentrale Einrichtung, in der die Leute dezentral betreut werden und dadurch länger in ihrem Zuhause wohnen bleiben können. Es sei eine Alternative zum bisher bekannten betreuten Wohnen in einer Senioren-Einrichtung. Wichtig für die Kirchen seien auch die Schulen, weil dort Religionsunterricht erteilt wird, der im allgemeinen nie ausfällt.
Als beeindruckende Erfahrung habe er in den Kirchengemeinden das ehrenamtliche Engagement vieler Frauen und Männer erlebt. Weitere positive Erscheinungen seien die hervorragende Arbeit der Vereine und das allgemeine gesellschaftliche Engagementin den Kommunen.
In Poppenlauer habe er eine vielfältige, gute Kirchenmusik erlebt mit einem großartigen Posaunenchor, einem liturgischen Chor, einer guten Organistin und einem singenden Pfarrer. Diese kirchenmusikalische Betätigung führe dazu, dass sich die Gemeinde aktiv am Gottesdienst beteiligt, freut sich der Dekan. Beeindruckend findet er den Umgang mit der jüdischen Vergangenheit in Maßbach. Das Gedenken an das jüdische Leben im Markt sei ein Stück Gerechtigkeit, die Klaus Bub in beeindruckender Arbeit pflege.
"Die Kindergarten-Lösung in Poppenlauer finde ich sehr gut", betonte er; denn es sei besser, wenn Kinder gemeinsam eine Kita besuchen anstelle zweier kleiner Einrichtungen. Gut sei auch, dass beide Kirchengemeinden ihre Kindergärten für diese Einrichtung abgeben.

Maßbach bekommt neuen Pfarrer

Seit dem gestrigen Sonntag ist offiziell bekannt, wer neuer evangelischer Pfarrer in Maßbach werden wird. Es ist Stefan Bonawitz. Der Seelsorger ist 53 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Erwachsene Kinder. Bonawitz ist seit 13 Jahren in Schwebheim Pfarrer. Dienstantritt in Maßbach wird am 1. August sein.