Dafür zahlt die Stadt im Jahr 17 000 Euro. Mittelfristig soll ein Jugendtreff aufgebaut werden. Zielgruppe für die Jugendarbeit sind die 621 12- bis 18-jährigen in Münnerstadt (Kernstadt: 290 Jugendliche). Noch völlig offen blieb in der Stadtratssitzung allerdings, wie die pädagogische Fachkraft arbeiten wird. Denn bislang fehlt ein Jugendraum. Eine Lösung ist auch nicht in Sicht. Bürgermeister, Kreisjugendpflege und auch die Polizei würden die leer stehende Hausmeisterwohnung in der Volksschule befürworten. Doch dagegen gibt es seit langem Widerstände.
Der Jugendbetreuer arbeite dann also am Anfang als eine Art Streetworker, stellte Arno Schlembach fest. Darin sahen Pro-Jugend-Geschäftsführer Siegbert Goll und Jugendpfleger Martin Pfeuffer kein Problem. Er gehe dann halt zu den Plätzen, an denen sich die Jugendlichen treffen, meinten sie. Vielleicht lasse sich aus diesen Kontakten auch die Raumlösung finden. Keine Chancen gaben die beiden Männer dem Vorschlag von Stadträtin Rita Schmitt (Forum aktiv), die meinte, dass Vereine reihum den Jugendlichen einen Raum zur Verfügung stellen könnten. "Das funktioniert nicht", betonte Martin Pfeuffer.
Martin Pfeuffer verwies auch darauf, dass die gemeindliche Jugendarbeit - entgegen vieler Befürchtungen - keine Konkurrenz zu den Vereinen werde. "Wo gemeindliche Jugendarbeit läuft, ist das Vereinsleben aktiver", ist seine Erfahrung. "Jugendarbeit ist ein Standortvorteil", so seine Überzeugung.
Martin Pfeuffer wies auch daraufhin, dass der Streetworker kein Sherif ist. Es gehe darum, die Jugendlichen zur Selbstverwaltung anzuleiten, ergänzte Siegbert Goll. Gut fände er es trotzdem, wenn sich neben der pädagogischen Fachkraft auch Eltern gewinnen ließen, die sich mit um diesen künftigen Jugendtreff kümmern - ohne dass es nach Überwachung aussieht.
Gerold Lumpe, Jugendbeauftragter der Polizeiinspektion in Bad Kissingen, erläuterte, dass dort, wo die Gemeinde sich um die Jugendarbeit kümmert, deutlich weniger Sachbeschädigungen vorkommen.