Da die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Berlin-Brandenburg als Hauptbelegungsträger - wie vertraglich vereinbart - keine weiteren Patienten vermittelte, wurden die Mitarbeiter zum 1. Mai 2012 freigestellt. Laut Jenny Kessel vom Insolvenzbüro Hanselmann und Römermann bestand bis zuletzt Hoffnung, dass ein Investor gefunden und zumindest ein Teil der Arbeitsplätze gerettet werden kann. Inzwischen ist mit einer zeitnahen Veräußerung des Hauses nicht mehr zu rechnen.

Am 23. Februar dieses Jahres hatte die Klinik Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt, die Eröffnung des Verfahrens folgte zum 1. Mai. Die Mitarbeiter wurden erst einmal freigestellt. "Kündigen wollten wir vorerst nicht, weil zur Zeit Verhandlungen mit einem potenziellen Erwerber laufen," so Frau Kessel noch am 6. Mai. Der Interessent sei an einer zeitnahen Umsetzung interessiert, ein Ergebnis sollte noch diesen Monat vorliegen.

Am vergangenen Freitag tagte der Vorstand der DRV Berlin-Brandenburg, der Eigentümerin des Klinik-Gebäudes samt Grundstück. Auf der Tagesordnung stand die Beratung über die Rahmenbedingungen der Veräußerung der Bad Kissinger Immobilie. Ein Verkauf wurde nicht beschlossen, obwohl es einen Interessenten gibt.
Laut DRV Pressesprecher Karl-Heinz Klocke soll die Klinik nach Auflösung des Mietkauf-Vertrages nun in zwei überregionalen Tageszeitungen per Inserat zum Verkauf angeboten werden, wobei bereits vorliegende Angebote berücksichtigt werden. Erst in seiner Sitzung am 14. Juni werde sich der Vorstand erneut mit dem Sachverhalt befassen. Damit ist die zeitnahe Lösung, die der Belegschaft zugute gekommen wäre, gescheitert.

Insolvenzverwalterin Andrea Wollner hatte bereits seit Anordnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens nach potenziellen Käufern für die Klinik gesucht. Die Mehrzahl der Interessenten habe sich jedoch nach Einsicht in die Buchführungsunterlagen der Klinik gegen ein Engagement entschieden, heißt es seitens des Insolvenzbüros. Auch die Kur zonensatzung, die am Standort der Klinik in der Menzelstraße nur kur- und fremdenverkehrsgemäße Nutzung vorschreibt, habe eine entscheidende Rolle gespielt.

Lediglich ein potenzieller Investor habe immer noch Interesse an der Übernahme der Klinik gezeigt und Gespräche mit der DRV Berlin-Brandenburg geführt. Zuletzt sei nur ungewiss gewesen, ob die DRV das Kaufangebot annehmen wird.

Der Vorstand habe sich jedoch für die Ausschreibung entschieden. Vor Ablauf einer angemessenen Frist solle keine Entscheidung fallen, teilte das Insolvenzbüro mit.
Nachdem mit einem zeitnahen Verkauf des Klinikgebäudes nun nicht mehr zu rechnen ist, sieht die Insolvenzverwalterin die Verhandlungen zur übertragenden Sanierung als gescheitert an und sich gezwungen, betriebsbedingte Kündigungen auszusprechen.