Obwohl Bürgermeister Walter Müller (CSU) zur Zeit krank geschrieben ist, führte er die Bürgerversammlung im Rhönhof am Montagabend. Sein Stellvertreter Dieter Muth ist seit dem Wochenende ebenfalls erkrankt und konnte deshalb nicht anwesend sein.
Das größte Projekt wird heuer vermutlich der Bau der neuen Kläranlage in Unterleichtersbach sein. Müller erklärte anhand einer Beamer-Präsentation was das Bauvorhaben genau umfasst, wie die Anlage aussehen wird und welche Arbeiten durchgeführt werden müssen. Im vergangenen Jahr wurden die Planung und die Auftragsvergabe abgeschlossen, so dass dem Baubeginn im Frühjahr nichts im Wege steht. 2,3 Millionen Euro wird das Großprojekt voraussichtlich kosten.

Für die Kläranlage werden keine Beiträge erhoben

Das war auch Thema für eine Frage des Oberleichtersbacher Roland Eckstein: "Wie wird das finanziert, kommen größere Beiträge auf die Bürger zu?" Walter Müller konnte beruhigend antworten: "Es wurde festgelegt dass keine Beiträge erhoben werden, doch natürlich müssen wir die übrige Summe nach Abzug der Förderung irgendwie finanzieren. Möglicherweise werden diese Kosten auf Gebühren umgelegt."
Ein weiteres Problem sieht Anton Koch, ebenfalls aus Oberleichtersbach, im Zustand des Friedhofs: "Die Gehwege zwischen den Gräben müssten dringend erneuert und von gefährlichen Stolperfallen befreit werden. Hinzu kommt, dass die Treppe zur Aussegnugshalle so steil ist, dass viele Ältere massive Probleme haben, sie zu benutzen", klagte er sein Leid.

Friedhof wird angepackt

Karl Ziegler, 3. Bürgermeister, erklärte hierzu, dass bereits eine Aufstiegshilfe gebaut worden sei, jedoch der Friedhof angehoben werden müsse und darum noch keine weiteren Maßnahmen ergriffen worden seien. Auch Walter Müller äußerte sich zu diesem Thema. "Das Thema Friedhof ist weit komplexer als man sich vorstellen kann, aber das wird eines unserer nächsten wichtigen Dinge sein."
Mit einem weiteren schwerwiegenden Problem meldete sich Roland Eckstein erneut zu Wort. In verschiedenen Orten der Gemeinde sei ein wildernder weißer Schäferhund gesehen worden. Das bestätigten auch andere Anwesende.
Dem Bürgermeister blieb nur, an die Bürger zu appellieren, Hundebesitzer immer wieder aufzufordern, ihre Tiere an die Leine zu nehmen und nicht ohne menschliche Begleitung sich "selbst ausführen zu lassen".

Ein persönliches Wort am Schluss

Zum Schluss der Versammlung trat Walter Müller noch mit persönlichen Worten an die Bürger heran. "Im nächsten Jahr sind wieder Kommunalwahlen und ich hab mich unabhängig von meiner Krankheit dazu entschlossen nicht mehr als Bürgermeisterkandidat anzutreten." Diese Entscheidung wurde allgemein sehr bedauert, doch es hatte auch jeder Verständnis.
"Nach 18 Jahren im Bürgermeisteramt wird man allmählich müder und es ist ja nicht so, dass man das noch mal zwei oder drei Jahre machen kann, es wären wieder sechs Jahre. Ich werde nächstes Jahr 61 Jahre alt und ich möchte gerne die Verantwortung an einen Nachfolger abgeben", erklärte Müller seine persönlichen Beweggründe.
Im Kreistag werde er aber weiterhin vertreten sein, um den guten Kontakt zwischen Landkreis, Landrat und Gemeinde aufrecht zu erhalten. Darüber hinaus werde er auch bei Fragen und Problemen jederzeit Ansprechpartner bleiben.
Müller blickt auf eine schöne Zeit zurück. Stets hatte er Spaß an der Zusammenarbeit in der Gemeinde. Zum Abschluss rief er schon mal dazu auf, in den Stammtischen über mögliche neue Kandidaten zu diskutieren.

Ein Portrait über Bürgermeister Walter Müller gibt's hier