Die Anhänger des Kurorchesters wollen sich nicht damit abfinden, dass Orchesterleiterin Elena Iossifova zum Ende des Jahres gekündigt hat und die Staatsbad GmbH verlassen will. Die Entscheidung, die vor kurzem bekanntgegeben wurde, kam wie aus heiterem Himmel. "Viele waren wie gelähmt. Das war die Schreckensbotschaft überhaupt", sagt Kurt Rieder, Vorsitzender des Fördervereins Kurorchester. Iossifova genieße eine "ungeheure Wertschätzung" nicht nur unter den 13 Musikern, den rund 180 Vereinsmitgliedern, sondern gerade auch unter der Zuhörerschaft. Er schildert die Reaktionen, die der Verein nach dem bekanntwerden der Kündigung erhalten hat. Rieder: "Wir haben viele Zuschriften erhalten, in denen die Leute die Kündigung auf das Heftigste bedauern." Wie kann es sein, dass diese Frau geht, habe es immer wieder geheißen.

Der Förderverein versucht nun, die Violinistin in Bad Kissingen zu halten. Die hatte ihre Entscheidung vor allem mit dem persönlichen Wunsch nach Veränderung begründet. "Das müssen wir so akzeptieren." Rieder und sein Stellvertreter Klaus Stebani berichten allerdings, dass sie nach Gesprächen mit Iossifova noch eine Chance sehen, dass die Kündigung wieder vom Tisch genommen wird.


Wertschätzung zeigen

Deshalb stellt der Verein jetzt die Unterschriftenaktion "Frau Iossifova, bitte bleiben Sie", auf die Beine. Die Listen, in denen sich Unterstützer eintragen können, liegen ab sofort in der Stadt aus (siehe Infobox). Mit der Aktion werden zwei Ziele verfolgt, erklärt Toni Hieret vom Förderverein. Erstens solle der Künstlerin "die Unterstützung und Wertschätzung jener Menschen gezeigt werden, denen sie mit ihrer Musik schon viele schöne Stunden beschwert hat", sagt er. Zweitens will der Verein mit einem breiten Rückhalt aus dem Publikum dabei helfen, eine Brücke zwischen der Musikerin und den Verantwortlichen bei der Staatsbad GmbH zu bauen.

Iossifova wurde vorab informiert. "Ich habe großen Respekt vor den Leuten, die zeigen, was sie wirklich wollen", kommentiert sie die Petition. Der Frage, ob für über das Jahr 2017 hinaus noch eine Zukunft beim Kurorchester denkbar ist, weicht sie jedoch aus. "Ein Künstler lebt von der Anerkennung des Publikums ihm gegenüber", sagt sie. Wenn die stimme, würden bürokratische oder verwalterische Anforderungen zweitrangig.

Wie die Staatsbad GmbH auf Anfrage mitteilt, wurde auch das Unternehmen vom Förderverein über die Unterschriftenaktion unterrichtet. Aktuell läuft die Suche nach einem Nachfolger. "Aus unserer Sicht ist die Sachlage unverändert", heißt es. Das Unternehmen habe dem Verein gegenüber die Notwendigkeit betont, die Stellenausschreibung voranzutreiben. "Dies ist umgesetzt", schreibt die Staatsbad GmbH weiter.

Seit einer Woche finden sich auf der Homepage die entsprechenden Unterlagen. Die musikalische Leitung für das Kurorchester als erste Violine ist als eine auf fünf Jahre befristete Vollzeitstelle ausgeschrieben. Zu den Aufgaben gehören die Orchesterleitung, das Organisieren von Konzerten sowie administrative Tätigkeiten. Außerdem soll der Nachfolger die von Iossifova begonnene Weiterentwicklung des Ensembles fortführen.


Kurmusik für Zukunft fit machen

"Wir haben hier jemand ganz besonderes", macht Kurt Rieder deutlich. Seiner Ansicht nach dürfte es schwierig sein, jemanden zu finden, der die Anforderungen so ausfülle wie die derzeitige Orchesterchefin. Eine wesentliche Herausforderung sei, das Kurorchester für die Zukunft gut aufzustellen. Toni Hieret sieht das ähnlich: "Das Publikum wandelt sich. Die Kurmusik muss sich weiterentwickeln und das ist nur mit Elena Iossifova möglich", findet er. Ideen dafür gebe es genug. Für die Umsetzung müsse nur vorher die Kündigung rückgängig gemacht werden.


Unterschriftenaktion

Unterstützung Die Listen zur Unterschriftenaktion des Fördervereins Kurorchester "Frau Iossifova, bitte bleiben Sie" liegen zu den üblichen Öffnungszeiten aus in der Buchhandlung Reinisch (Ludwigstraße 21), der Wandelhalle, der Geschäftsstelle der Saale-Zeitung (Theresienstraße 21) sowie anderen Einrichtungen wie etwa Kliniken und Heimen. Zusätzlich findet sich in Kürze eine Online-Petition auf www.kissinger-kurorchester.de