Staatliche Ehrungen stehen bei Bayerns Feuerwehren und sogar in ganz Deutschland ab einer 25-jährigen Dienstzeit an. So wird es zumindest bei den Freiwilligen Feuerwehren mit den Aktiven praktiziert. Gerätschaften hingegen, und hier zählen vor allem die standardmäßigen Einsatzfahrzeuge dazu, werden erfahrungsgemäß nach 25 Betriebsjahren ausgemustert.

So wird es auch bei den meisten Feuerwehren im Landkreis Bad Kissingen gehandhabt, auch wenn einige Feuerwehren noch "Oldtimer" in ihren Gerätehäusern haben, so sind das meist nur "Zweitfahrzeuge" oder die Wehr ist wirklich so klein, dass sie nur alle paar Jahre zum Ernstfalleinsatz gerufen wird.

Anders dagegen der Tanklöscher der Kernstadtwehr von Bad Kissingen: Der ist inzwischen 32 Jahre alt und er fährt so gut wie bei jedem Brandeinsatz mit hinaus, wenn Feueralarm gemeldet wird. 31 Mal war das allein im letzten Jahr der Fall, erläuterte Kreis- und Stadtbrandinspektor Harald Albert bei der am Freitag abgehaltenen Jahreshauptversammlung der Kernstadtwehr.

Wie der Kissinger Kommandant Harald Albert weiter erläuterte, war der Tanker bis zum Jahr 2006 noch häufiger und an erster Stelle das ausrückende Fahrzeug, dann allerdings erhielten auch die Löschgruppenfahrzeuge einen (allerdings kleineren) Wassertank. Mit seinem 2500 Liter fassendem Wassertank ist der Tanklöscher sowohl bei Bränden auf der Autobahn, bei Wald- und Buschbränden wie auch bei "normalen" Bränden ein ideales Fahrzeug, das nun durch ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug 10 oder ein Löschgruppenfahrzeug 20 KatS ersetzt werden sollte, so Albert.

Nicht die Kilometerleistung, Rost oder das reine Alter machten sich bei dem über 30 Jahre alten Tanker bemerkbar, sondern die Ersatzteilbeschaffung, die teilweise der TÜV verlangt. Ein Problem, das auch bei der benachbarten Stadtteilwehr Garitz bekannt ist. Kann doch deren, ebenfalls über 30 Jahre altes, Löschgruppenfahrzeug im Winter generell nur mit Schneeketten ausrücken - spezielle Winterreifen sind für den Oldie nicht mehr erhältlich und so werden im November die Ketten aufgezogen und Anfang März wieder abgenommen.

"Wir sind gut, aber nicht übertrieben ausgestattet", so Albert, der die Schuld an überalterten Fahrzeugen bei der Kernstadtwehr nicht alleine in den fehlenden Geldmitteln sieht. Eine Ersatzbeschaffung für den Tanklöscher wäre ab 250.000 Euro zu haben, könnte man sich auf ein Löschgruppenfahrzeug 20 KatS einigen, käme es evtl. sogar noch etwas günstiger, da dieser Fahrzeugtyp bundeseinheitlich in großer Stückzahl gebaut werden soll.

Größere Neuanschaffungen seien auch deshalb zurückgestellt worden, da es bei den wenigen Fachfirmen die Feuerwehrfahrzeuge liefern, in der Vergangenheit bei etlichen erhebliche Kartellschwierigkeiten gab, über die die Gerichte noch entscheiden müssen.

Schließlich steht bei den Kissingern nicht nur ein Ersatz für den Tanker auf dem Zettel, sondern auch der Einsatzleitwagen ist in die Jahre gekommen und er war 2012 sogar zu 157 Blaulichtfahrten unterwegs. Insgesamt hatte die Kissinger Wehr im vergangen Jahr 341 Erstfalleinsätze, darunter 51 Brandeinsätze mit drei Großbränden. Nur im Jahr 2003 gab es mit 55 Bränden in den letzten 18 Jahren mehr reine Löscheinsätze. Zur Technischen Hilfeleistung rückte die Wehr 137 Mal aus und 43 Mal war "menschliches Versagen", sprich Fehlalarmierungen der Grund des Einsatzes. Dazu kamen dann noch über 110 Sicherheitswachen zu den verschiedensten Anlässen.

Aber auch freudige Ereignisse wurden in der Generalversammlung verkündet: So konnte die Wehr drei Neuaufnahmen verzeichnen, Stefan Hauer wurde für 25 Jahre, Thomas Schäfer für 30 Jahre und Hans Müller für 40 Jahre aktiven Dienst geehrt und für seine inzwischen 60-jährige Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr Bad Kissingen erhielt Max Weigand ebenfalls eine Auzeichnung.

Die Ehrennadel der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Bad Kissingen erhielten Alexander Beck, Peter Kramer, Julian Metz, Sebastian Pawlak (alle in Bronze), sowie Andreas Kröber und Peter Kaidel in Silber. Harald Albert, der seit 1997 in der Führung der Kissinger Wehr tätig ist, erhielt die Auszeichnung in Gold.

"Immer in Ballhöhe sei die Feuerwehr", bescheinigte OB Kay Blankenburg den Aktiven und "es macht Spaß mit ihnen zusammen zuarbeiten, das gibt ein Gefühl von Sicherheit". Ähnlich äußerten sich auch KBI Peter Sell für die Kreisfeuerwehrführung, Erster Polizeihauptkommissar Alfons Hausmann, Helmut Rink für THW und Rotes Kreuz, sowie Bernd Czelustek für die Stadtteilwehren.